Exklusiv-Interview mit Acer-Manager Stefan Tiefenthal: »Gezielt auf SMB-Bedürfnisse hin konzipierte Komplettlösung«

Im Exklusiv-Interview mit CRN beschreibt Acers B2B-Chef Stefan Tiefenthal die Fortschritte, die Acer Being Signage, in der ersten Aufbauoffensive erzielt hat und wie die DS-Firma nun eine breitere Händlerschaft ansprechen wird.

Stefan Tiefenthal Head of Commercial BU bei Acer
(Foto: CRN)

CRN: Herr Tiefenthal, Sie kehren aus einer krankheitsbedingten Pause zurück. Werden Sie jetzt erst einmal kürzertreten?

Stefan Tiefenthal: »Kürzertreten« ist in unserer Branche schwer möglich. Vielleicht werde ich in Zukunft auf den einen oder anderen Langstreckenflug verzichten und dafür verstärkt neue Kommunikationstechnologien nutzen. Aber: Mir geht es gut, ich bin froh, wieder loslegen zu können. Viele Partner haben mir in meiner Abwesenheit Besserungswünsche übermittelt – das hat mich sehr gefreut.

CRN: Acer hat sein Digital-Signage-Geschäft zum Jahresbeginn in die Firma Acer Being Signage ausgegliedert. Welche Fortschritte haben Sie seither in diesem Bereich erzielt?

Tiefenthal: Wir haben unser bestehendes Digital-Signage-Geschäft in einem eigenen Unternehmen zusammengeführt, um den Herausforderungen, die sich uns und den Partnern in diesem Markt stellen, noch besser begegnen zu können. Entscheidend ist: Wir setzen hierbei ganz auf ein indirektes Modell – also auf unsere Handelspartner. Digitales Signage ist ein komplexes Thema und betrifft unser komplettes Portfolio von den Hardware-Produkten bis hin zu unseren Software-Lösungen und unseren Dienstleistungen. Unser Cloud-Angebot und unsere DS-Software »Picturemachine« stehen dabei im Vordergrund. Das geht so weit, dass wir beispielsweise in diesem Bereich auf Wunsch des Partners auch mit der Hardware anderer Hersteller arbeiten. Aber gerade viele SMB-Partner scheuten bisher das DS-Geschäft der Komplexität wegen.

CRN: Und gerade im SMB-Partnerbereich will Acer zulegen.

Tiefenthal: Richtig. Wir haben seit dem Kick-off im Frühjahr bereits etliche Projekte realisiert – das Setup steht. Bisher haben wir – gerade bei Referenzprojekten – noch vor allem mit großen Partnern aus dem AV-/IT-Bereich gearbeitet. Im November werden wir aber das Thema zunehmend in die Breite tragen: Wir stellen für SMB-Partner und ihre Endkunden eine gezielt auf die Anwendung hin konzipierte Komplettlösung zusammen. Diese wird nicht nur die Hardware umfassen, beispielsweise bald auch eigene Player und die Software, sondern darüber hinaus auf Wunsch des Partners auch Unterstützung bei der Planung und der Konzeption bis hin zur Installation vor Ort durch unsere Service-Organisation. Wir haben die entsprechenden Software-Kompetenzen durch Cittadino oder auch die entsprechenden AV-Kompetenzen - kein Mitbewerber kann das in diesem Umfang anbieten.

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Rollout in Europa, Asien und den USA

CRN: Wird sich Ihr Vorstoß im Einklang mit den jüngst eingeführten Neuerungen im Acer-Partnerprogramm bewegen?

Tiefenthal: Ja, die Schnittstelle zum Acer-Partnerprogramm ist vorhanden, das wird alles aus einem Guss kommen. Obwohl unsere Ausrichtung auch den Besonderheiten im Digital-Signage-Markt Rechnung trägt. So berücksichtigen wir die Komplexität der Projekte, zum Beispiel in Bezug auf längere Laufzeiten. In der Feinabstimmung führen wir ein Billingsystem für die Cloud-Abwicklung ein: Wir wollen, dass die Partner in der Zusammenarbeit entscheiden können, ob sie auf Provisions-Basis oder in Form einer Beteiligung involviert sind.

Die Komplexität dieses gesamten Projekts ist dabei hoch, schließlich rollen wir das Geschäftsmodell nicht nur zeitgleich in Europa, sondern auch in Asien und den USA aus.