Funkausstellung mit Licht aber auch Schatten: IFA der Superlative

Mehr Aussteller, Fläche, Formate, Entertainment: Die IFA lockt ab diesem Freitag ein breites Publikum nach Berlin. Unterm Funkturm wird geklotzt, nicht gekleckert. Doch es ist nicht alles Gold, was unter dem Label IFA glänzt.

Sorgenkind IFA Global Markets

Längst ist die IFA mehr als nur eine der größten Messen für Unterhaltungselektronik. Die in alle Lebens- und Arbeitsbereiche vordringende Digitalisierung hat die IFA zum Anlass genommen, sich thematisch weit über CE und Hausgeräte hinaus auszudehnen. Smart Home, Sprachassistenzsysteme, Virtual Reality, E-Gesundheit, Telematik oder mit der Droidcom von 3. bis 5.September die erstmalig von Google unabhängige, auf der IFA stattfindende Android- Entwicklerkonferenz im City Cube, zeigen, wie breit die IFA mittlerweile aufgestellt ist.

Anders als beispielsweise auf der CeBIT, wo Computerhardware schon vor Jahren an Bedeutung abgenommen hat, konnte die IFA ihren vor zehn Jahren neu etablierten Ausstellungsbereich mit Elektro-Groß- und Elektro-Kleingeräten massiv ausbauen. Aus ursprünglich vier Hallen werden nun elf, die Zahl der hier Ausstellenden habe sich verdreifacht. Die Verschmelzung der Märkte Home Appliances und CE habe man »in einzigartiger Weise bereits frühzeitig erkannt«, lobt sich Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender vom IFA-Veranstalter gfu.
Doch so gänzlich rund, wie sich die IFA selbst sieht, läuft es auch in Berlin nicht überall. Beim Aufbau neuer Sonderformate müsste auch die erfolgsverwöhnte IFA Defizite einräumen, was sie freilich nicht tut.

Denn die im vergangenen Jahr gestartete Sonderfläche IFA Global Markets, die rund neun Kilometer außerhalb des Messegeländes in einem ehemaligen Bahngebäude stattfindet, zieht nicht genügend Gäste an (CRN berichtete). Die nur für Fachbesucher vom Sonntag bis Mittwoch geöffnete Fläche soll ein zentraler Handelsplatz für Einkäufer und Händler aus dem Komponenten-Segment für den CE- und Home-Appliances-Markt sein. OEMs und ODMs treffen hier auf noch mehr asiatische Aussteller und potenzielle Partner als die rund 350 im letzten Jahr.

Im vergangenen Jahr herrschte allerdings gähnende Leere. Trotz des kostenlosen Shuttles vom IFA-Messegelände zur Station Berlin nahe dem Potsdamer Platz, fanden nur wenige Business-Besucher den Weg zu dieser Sonderausstellung. Auch thematisch wurde, trotz Ankündigungen für 3D-Druck und Robotik, wenig geboten. Der Frust der Aussteller war groß.

Für den Fachbesucher sei keine IFA »komplett, solange er nicht die Global Markets gesehen hat«, wirbt IFA-Chef Heithecker im CRN-Interview für dieses Sorgenkind der IFA. Indes: Worte allein machen diese Business-Ära in der IFA Innenstadt-Enklave noch nicht attraktiv. Noch mehr Aussteller sicher auch nicht, doch genau diesen Weg gehen die Berliner in diesem Jahr. Die IFA hat die Fläche des Global Markets im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt und spricht nun von »Europas größtem Sourcing Markt«. Eine weitere, allerdings nur auf die Fläche bezogene IFA-Superlative.

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