Invidis-Studie zu Digital Signage: Alles kann zum Display werden

Der Digital-Signage-Markt hat sich stabilisiert. Lösungen sind in Deutsch- land nach wie vor gefragt. Zwar dominieren Large Format Displays nach wie vor, doch zunehmend gewinnen auch kleine Monitore an Bedeutung.

(Foto: Samsung)

Der Digital-Signage (DS)-Markt wird reifer: Rasantes Wachstum und permanente Veränderungen gehören der Vergangenheit an. Die lang erwartete Konsolidierung kam 2016. Insgesamt ist der professionelle Display-Markt in Europa und dem Nahen Osten im vergangenen Jahr im niedrigen zweistelligen Bereich um fast zwölf Prozent gewachsen. Die Anzahl der großformatigen ­Bildschirme mit 32 Zoll und größer stieg von rund 700.000 auf 800.000 Stück. Ebenso nimmt die Nachfrage nach DS-Lösungen im größten Markt Europas, Deutschland, zu. Die Top drei Zielmärkte sind: Retail, Corporate Communication und Banking. Das geht aus dem Jahresbericht »Digital Signage- und Digital out of Home (DooH)-Jahrbuch 2017/18« von Invidis hervor.

Die führenden Systemhäuser und Distributoren im Markt haben ihre Spitzenpositionen im Bereich DS weiter ausgebaut. Sie verzeichneten teils Umsätze von mehr als zehn Millionen Euro. Insgesamt wuchs der deutsche Distributoren- und Systemhausmarkt in diesem Bereich um 18 Prozent. Vom Hardwaregeschäft profitieren dabei alle Dienstleistungs-, Content- und Softwareanbieter. Allerdings sind die Preise für Hardware weiter gefallen. Samsung ist nach wie vor unangefochtener Marktführer mit einem Marktanteil von 39,5 Prozent. Jedes vierte Large Format Display (LFD) im DACH-Markt stammt von den Koreanern. Das sind doppelt so viele wie bei NEC, der nach Samsung der zweitstärkste Player (20,4 Prozent). Auf dem dritten Platz folgt LG mit einem Marktanteil von 6,9 Prozent.

Eine zunehmende Nachfrage besteht laut Invidis vor allem nach LFDs mit Bildschirmdiagonalen von 70 Zoll und größer (81 Prozent). Danach folgen sonnenlichttaugliche High-Brightness-LFDs (65 Prozent) und Videowall-Modelle mit dünnem Rahmen (58 Prozent). Aber auch andere Monitore und Formate gewinnen an Relevanz: Dazu gehören kleine Bildschirme und Kleinstdisplays mit einer Bildschirmdiagonale von weniger als 32 Zoll. Ebenso sind Projektoren für DS-Projekte wiederentdeckt worden. Sie lassen sich dank Lasertechnologie in den Laden integrieren, ohne Lampen austauschen zu müssen. Ein weiterer Trend: Die interaktive Nutzung von Displays. Ob als Wegeleitsystem im Einkaufszentrum, Self-Service-Schalter im Schnellrestaurant oder Info-Hub am Flughafen – Inhalte lassen sich auf solchen Bildschirmen intuitiv mit bis zu zehn Fingern gleichzeitig steuern und stärken die Kundenbindung. Insgesamt ist die Nachfrage nach interaktivem Content mit Touchfunktion um 82 Prozent gestiegen. Begehrt sind zudem Inhalte mit UHD- beziehungsweise 4K-Auflösung (68 Prozent).

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