»Witbox Go«: bq bringt den Volks-3D-Drucker

Mit seinem »Witbox Go« will bq den 3D-Druck in den Massenmarkt bringen. Das Gerät nutzt Android und soll durch eine besonders einfache Bedienung und kompakte Maße gerade auch technisch nicht allzu versierte Nutzer ansprechen.

Der Bedienkomfort stand bei der entwicklung des bq Witbox Go an erster Stelle
(Foto: CRN)

3D-Druck mit einem Klick – das verspricht bq mit seinem neuen 3D-Drucker »Witbox Go«, den das spanische Unternehmen jetzt in München erstmals der Presse präsentiert hat. Das Gerät wurde diesem Anspruch entsprechend extra mit dem Fokus auf eine möglichst einfache Handhabung und Bedienung komplett neu entwickelt und designt. Dabei ging der Hersteller einige neue Wege und setzt unter anderem als erster Anbieter auf Android als Betriebssystem sowie eine Qualcomm Snapdragon-CPU für einen 3D-Drucker. Dieser folgt außerdem dem out-of-the-box-Konzept und benötigt keinerlei technisches Hintergrundwissen oder Aufbau- und Kalibrierungsarbeiten. Um die Witbox Go in Betrieb zu nehmen, reicht es, sie aus dem Karton zu nehmen, an den Strom anzuschließen, einzuschalten, die App auf dem Smartphone oder den PC zu installieren und die WLAN-Verbindung zu aktivieren. Damit verspricht der Hersteller die Zeit bis zum Start des ersten Druckauftrags auf unter 15 Minuten zu senken. Bei anderen günstigen Modellen erfordert dieser Prozess meist zuerst einige Einstellungs- und Konfigurationsschritte und kann durchaus mehrere Stunden in Anspruch nehmen.

Diesem Konzept der Einfachheit bleibt bq auch in anderen Bereichen wie der Softwaresteuerung treu. Einstellungen wie der Ausfüllungs- und Präzisionsgrad der zu druckenden Objekte werden statt mit für Laien wenig aussagekräftigen Prozentwerten oder Slidern über einfach verständliche Menüoptionen wie Druckqualität und -geschwindigkeit in vordefinierten Stufen festgelegt. Selbst das Wechseln der sauber in das Gehäuse integrierten PLA-Spulen gestaltet sich dank integrierter NFC-Erkennung des Filaments denkbar einfach. Durch eine spezielle Beschichtung des Druckbetts ist laut bq zudem kein Haftmittel zur Fixierung der Druckobjekte notwendig. Auch mögliche Fehler erkennt der Witbox Go automatisch. So warnt er den Nutzer beispielsweise, wenn das Filament leer geht, der Druckkopf verstopft ist oder das Druckbett trotz der magnetischen Halterung nicht richtig eingelegt ist. Selbst beim Design hat der Hersteller darauf geachtet, dass das Gerät nicht allzu technisch aussieht und beispielsweise bewusst auf ein eigenes Display verzichtet. Zudem ist der Witbox Go für sein Druckvolumen von 14 x 14 x 14 Zentimetern mit Außenmaßen von 30 x 25 x 48 Zentimetern und einem Gewicht von fünf Kilogramm im Vergleich zu anderen 3D-Druckern mit ähnlichem Druckvolumen recht kompakt. Der verbaute Trinamic-Chip kontrolliert ständig die Motorbewegungen soll so auch die Lärmbelastung auf ein Minimum unterhalb des Geräuschpegels einer üblichen Unterhaltung reduzieren.

Die mobile Druck-App für den Witbox Go gibt es für Android und iOS, die zugehörige PC-Software mit erweitertem Funktionsumfang steht für Windows, Mac OS und Linux zur Verfügung. Dank der Integration des Portals MyMiniFactory stehen den Nutzern kostenfrei Zehntausende verifizierte 3D-Druckvorlagen zur Verfügung. Der Drucker selbst ist durch den Open Source Ansatz laut Hersteller auch mit anderer Open Source-Software sowie Filaments von Drittherstellern kompatibel. Trotz dieser Offenheit hofft bq darauf, langfristig ein eigenes Ökosystem rund um die Lösung aufbauen zu können. Die WitboxGo soll für den Fachhandel ab dem dritten Quartal bei den Distributoren Siegmann + Schröder GmbH undComprise IT Systeme GmbH erhältlich sein und im Verkauf 599,90 Euro kosten.