Supply-Geschäft in Zeiten der Digitalisierung: Mit Patronen und Tonern zu mehr Kundenbindung

Supplies sind zwar nicht sexy, aber gerade in Zeiten der Digitalisierung erweisen sie sich als unverzichtbar für profitable Geschäfte.

Originalware bestimmt B2B-Sektor

Samsungs Printing-Chef Norbert Höpfner
(Foto: Samsung)

So einträglich das Geschäft mit Supplies für Hersteller und Fachhändler ist, so emotional aufgeladen ist die Diskussion um Refill-Produkte von Drittherstellern und deren Einfluss auf das Business. Erst vergangenen September rief HP negatives Echo bei Verbrauchern und Presse hervor, als ein Firmware-Update für die Drucker der »Officejet«-Serie die Geräte nicht arbeiten ließ, wenn sie mit Patronen von Drittherstellern bestückt waren. Nachdem der öffentliche Druck zu groß geworden war, ruderte der Hersteller zurück und veröffentlichte ein optionales Firmware-Update, mit denen Kunden die bestehende Sperre wieder aufheben konnten. Gleichzeitig entschuldigte sich HP in einem diesbezüglichen Statement bei seinen Kunden für entstandene Unannehmlichkeiten, stellte aber auch klar, dass von der Problematik nur ein sehr kleiner Teil der Nutzer betroffen gewesen sei. Andere Anbieter koppeln spezielle Funktionen ihrer Drucker wie das Drucken aus der Cloud an die Nutzung von Originalverbrauchsmaterialien.
Norbert Höpfner, Head of Printing Solutions bei Samsung Electronics, stellt klar: »Refiller und Drittanbieter haben naturgemäß einen gewissen Einfluss auf das Supply-Geschäft«, ergänzt aber auch: »Dies betrifft unserer Erfahrung nach jedoch den Consumer- deutlich stärker als den B2B-Bereich.«

Auch Karin Abt von HP sieht die Refill- und Drittanbieterthematik vor allem bei Produkten für Endkunden. »Im Business-Umfeld kommt es vor allem auf Zuverlässigkeit und Qualität an. Viele Firmenkunden und speziell Kunden aus dem öffentlichen Sektor entscheiden sich für Original-Supplies, um eine optimale Qualität zu erhalten und die Ausfallzeiten der Hardware zu minimieren.« Eine Einschätzung, die laut Brother-Manager Schach auch auf den SMB-Bereich zutrifft: »Bei SMB-Anwendern ist der Einfluss von Fremdanbietern im Vergleich zum Privatverbraucher geringer.«

Ein ähnliches Bild zeichnet Stephen Schienbein von Kyocera: »Refill- und Dritt-anbietersupplies hat es in der Vergangenheit gegeben und wird es auch in Zukunft geben. Wir beobachten die Marktanteile dieser Produkte in Bezug auf Kyocera ständig und können keine signifikanten Zugewinne von Drittherstellern feststellen.« Auch hier würde die bessere Qualität im Zusammenspiel zwischen Originaldrucker und -verbrauchsmaterial bei den Kunden wieder mehr an Bedeutung gewinnen.