Digitalisierung, MPS-Modelle und die Technikfrage: Die Output-Branche rüstet sich für die Zukunft

Obwohl die Verkaufszahlen für Drucker und MFPs jüngst stagnierten, ist die Stimmung im Channel gut. Hier wird die Digitalisierung nicht als Bedrohung, sondern als Chance gesehen, auch in Zukunft gute Geschäfte zu machen. Derweil sorgen MPS-Modelle für konstante Einnahmen unabhängig vom Projektgeschäft.

Der Druckermarkt hat mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen, wie die gesamte Hardware-Branche. Werden keine neuen Features entwickelt und implementiert, die beim Kunden einen Kaufanreiz auslösen, kränkeln die Absatzzahlen. Dabei entwickelt die Branche mit Hochdruck, macht ihre Produkte schneller, sparsamer und umweltfreundlicher — doch scheinen diese Argumente alleine nicht zu genügen, wie Zahlen der Marktforscher von IDC für den westeuropäischen Markt offenbaren. Demnach gingen 2015 die Absätze für Drucker und Multifunktionsgeräte gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent zurück. Vor allem Drucker mit Tintenpatronen haben es aktuell schwer, ihre Verkäufe gingen laut den Analysten um satte 14,3 Prozent zurück. Zwar entwickelten sich die Laserdrucker positiv bei den Absatzzahlen, doch auch sie konnten den Negativtrend nicht stoppen. Immerhin retteten sie den Umsatz vor dem Fall ins Minus und hievten ihn auf ein Minimalwachstum von einem
Prozent.

Diese Entwicklung scheint sich 2016 zu intensivieren, wie aktuelle Zahlen zu den Absätzen über die deutsche Distribution von Context belegen. Demnach gingen sie gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres sogar um sechs Prozent nach unten — erneut vor allem aufgrund schlechter Verkäufe bei tintenbasierten MFP-Systemen. Die Zahlen für MFP-Laserdrucker verzeichnen dagegen wieder ein Wachstum, wenn auch nur ein kleines von drei Prozent. Auch beim Umsatz über die deutsche Distribution ist ein Minus von vier Prozent auszumachen — wieder verursacht von Tinten-MFPs, deren Umsätze um zwölf Prozent fallen. Gleichzeitig wird deutlich: Die Zeit der reinen Drucker-SFP-Modelle ist offenbar vorbei, unabhängig ob sie auf Laser- oder Tintentechnologie setzen. In beiden Bereichen gehen die
Absatzzahlen laut Context leicht zurück und bestätigen damit auch die IDC-Trends für das vergangene Jahr.

Trotz der auf den ersten Blic k ernüchternden Zahlen ist die Stimmung in der Branche weiterhin gut, wie Olaf Sepold, Deputy Managing Director bei OKI Deutschland im Gespräch mit CRN erklärt. Zwar spricht auch er von Stagnation und Verdrängungswettbwerb, von einem »raueren Ton« im Markt und einem Geschäft, das natürlich nicht einfacher wird. »Da jedoch die operativen Margen der Druckerhersteller oft immer noch über den Margen anderer Branchen liegen, ist das Geschäft nach wie vor attraktiv«, so der OKI-Manager. Deshalb gebe es auch noch so viele Anbieter in diesem Markt.

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