Übernahme steht vor Abschluss: Sharp nimmt niedrigeres Angebot an

Drei statt rund fünf Milliarden Euro. Rund einen Monat nachdem Foxconn den Kaufvertrag mit Sharp Eis gelegt hatte, steht die Übernahme nun doch noch vor dem Abschluss. Das japanische Traditionsunternehmen hat der neuen Offerte zugestimmt.

(Foto: Otsu4 - CC BY-SA 3.0)

Foxconn übernimmt Sharp für rund drei Milliarden Euro. Die Vorstände beider Unternehmen haben sich auf das reduzierte Angebot geeinigt, wie die Financial Times berichtet. Ursprünglich hatte der Apple-Zulieferer rund fünf Milliarden Euro für den Display-Spezialisten geboten. Doch bis dahin unbekannte mögliche Verbindlichkeiten aus Steuerforderungen Japans und ungeklärten Rechtsstreitigkeiten in Milliardenhöhe (CRN berichtete) führten dazu, dass Foxconn den Kaufvertrag wieder auf Eis legte.

Jetzt steht die Übernahme endgültig vor dem Abschluss. Am Samstag soll der neue Kaufvertrag unterzeichnet werden. Er sieht vor, dass die Taiwaner rund 66 Prozent an Sharp halten werden. Terry Gou, Gründer und CEO Hon Hai Precision Industry, das besser unter seiner Marke Foxconn bekannt ist, begrüßt die Einigung: »Wir wollen viel erreichen und ich bin zuversichtlich, dass wir Shaprs wahres Potenzial freisetzen werden.«

Gou zeigt bereits seit 2012 Interesse an dem japanischen Elektronikkonzern. Das Geld soll in erster Linie in OLED-Displays investiert werden, die Sharp ab 2018 in Massenproduktion fertigen soll. Die Technik könnte dann in den iPhones von Apple zum Einsatz kommen, was Foxconn höhere Margen garantieren würde. Zudem stärken OLED-Displays von Foxconn die Unabhängigkeit Cupertinos vom Konkurrenten Samsung (CRN berichtete).