Schleichende Entwicklung - rasende Vernetzung: IT formt die neue Unterhaltungselektronik

Unterhaltungselektronik hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Während klassische Produkte teils mit starken Absatzeinbrüchen zu kämpfen haben, hält immer mehr IT Einzug in die Wohnzimmer.

(Foto: Fotolia / ra2 studio)

Der Markt für Unterhaltungselektronik hat in den vergangenen Jahren eine grundlegende Wandlung durchlaufen. Klassische Produkte wie TV-Geräte oder Set-Top-Boxen hatten und haben weiterhin mit sinkenden Absatzzahlen zu kämpfen und profitieren nur sehr langsam von neuen Technologien, die dieses Segment wieder antreiben sollen. Wie der Consumer Electronics Marktindex Deutschland (Cemix) des vergangenen Jahres aufzeigt, sind die Umsätze mit Fernsehern zwischen dem ersten und dem dritten Quartal um weitere 0,9 Prozent eingebrochen. Nichtsdestotrotz ziehen viele Analysten ein positives Resümee des vergangenen Jahres und gehen von einem Wachstum des Marktes aus. Darunter auch die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik, die 2014 einen Gesamtumsatz der Consumer Electronics-Branche von 27,6 Milliarden Euro und ein Wachstum von 2,5 Prozent meldet. Aufschwung trotz punktuellen Einbruchs kommt nicht zuletzt von einer immer stärkeren Überschneidung mit der IT sowie neuen Produktkategorien, die zunehmend die Art und Weise verändern, wie die Menschen Medien konsumieren. »Die Verschiebung des Marktes von der klassischen Unterhaltungselektronik hin zu IT-Produkten setzt sich fort«, sagt Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Bitkom. »Smartphones und Tablet-Computer mit dem richtigen Zubehör ersetzen immer häufiger andere, monofunktionale Geräte.«

Von einem klassischen und eigenständigen Markt der Unterhaltungselektronik kann kaum mehr die Rede sein. Mobile ITK-Devices haben das Nutzerverhalten verändert und halten verstärkt Einzug in die deutschen Wohnzimmer. Darauf reagiert wiederum die Industrie, rüstet TVs oder Lautsprecher mit Schnittstellen für mobile Endgeräte und das Internet aus. Mittlerweile machen Smart TVs 75 Prozent des Umsatzes der verkauften Fernseher aus und auch andere Produktbereiche setzen zusehends auf Vernetzung. »Im Projektorenmarkt sehen wir einen Trend bei der kabellosen Übertragung von Inhalten via mobiler Endgeräte oder Tablets«, erklärt Oliver Barz, Managing Director bei BenQ. Von dieser Entwicklung profitiert wiederum der Handel, der verstärkt auf den Verkauf von vernetzten Lösungen und nicht nur Einzelprodukten setzen kann. »Dank neuer, zusätzlicher Produktbereiche hat sich eine spannende neue Unterhaltungselektronik entwickelt, die dem Handel attraktive Umsätze und Margen bietet«, erklärt Hans-Jürgen Schneider, Vertriebsleiter des Distributors DexxIT.

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