Gaming-Eingabegeräte aus Berlin: Lioncasts PC-Peripherie unter der Lupe

Lioncast ist ein junger Peripherie-Hersteller aus Berlin, der seit Mitte dieses Jahres auch PC-Produkte im Portfolio hat. CRN hat sich die Marktneulinge etwas näher angesehen.

Die LK20 kommt mit flexibler Handballenablage
(Foto: Lioncast)

Mit Lioncast tritt ein deutscher Hersteller ins Licht der IT-Landschaft, der bisher besonders für Konsolen-Peripherie verantwortlich zeichnete. Jüngst hat das kleine Berliner Team aber auch Eingabegeräte für den anspruchsvollen PC-Gamer auf den Markt gebracht, die mit ihrer hiesigen Handschrift überzeugen sollen. CRN hat einen Blick auf das aktuelle Portfolio geworfen, um die Frage zu beantworten, ob die Lioncast-Geräte auch neben den Platzhirschen der Branche bestehen können.

Minimalistisch und robust

Den Start macht die Tastatur »LK20«, bei der als erstes der »fehlende« Zahlenblock auffällt. Und wie viele Nutzer unterstreichen können, fehlt dieser keinesfalls. Die meist überflüssigen Tasten fallen weg und sorgen für ein aufgeräumtes, minimalistisches und platzsparendes Design. Lioncast verzichtet weiterhin auf übertriebene Multimedia-, Macro- oder Funktionstasten. Stattdessen sind diese Features über Tastenkombinationen abrufbar, was abermals für Platzersparnis, aber keine Funktionalitätsreduktion sorgt.

Ein weiterer Pluspunkt ist die gute Haptik der LK20. Lioncast setzt auf Cherry-Trigger, die für ein gewohnt gutes Eingabegefühl sorgen. Aber auch der Rest der Tastatur ist trotz viel Plastik sauber verarbeitet und macht einen robusten Eindruck. Hinzu kommt das satte Gewicht, das einen stabilen Stand auch bei wilden Spielpartien gewährleistet.

Damit die Lioncast-Tastatur trotz wenig Schnickschnack etwas für das Auge bietet, setzt der Hersteller auf wenige beleuchtete Felder. Sowohl die Pfeil- als auch die WASD-Tasten erstrahlen im blauen Licht, der Rest kommt ohne aus, ist aufgrund des hellen Aufdrucks aber auch ohne Probleme im Dunkeln zu erkennen.

Letztendlich ist die LK20 aber wohl eine Frage der individuellen Ansprüche. Sie spricht besonders Spieler an, die eine zuverlässige und reaktionsschnelle Tastatur ohne viel Drumherum wollen. Hier fallen zusätzliche Tasten, Displays oder ausufernde Beleuchtungen weg. Stattdessen erhält der Käufer ein grundsolides Eingabegerät, das besonders durch Minimalismus besticht. Wer Wert auf mechanische Taster, einen sicheren Stand, ein gutes Nutzergefühl sowie die problemlose Inbetriebnahme setzt, wird mit der LK20 aber nicht enttäuscht und erhält ein gut durchdachtes Produkt, das jedoch mit 80 Euro nicht zu den günstigsten Lösungen gehört.

Funktionsvielfalt mit 19 Tasten

Das Kabel der LM30 misst 185 Zentimeter und kommt mit optisch ansprechender Ummantelung
(Foto: Lioncast)

Wo die Tastatur LK20 mit Minimalismus überzeugt, trumpft die Gaming-Maus »LM30« mit ihrem Funktionsumfang auf. Sie kommt mit satten 19 Tasten, die sich besonders für umfangreiche Online-Spiele eignen. Zwölf der Tasten befinden sich auf der linken Innenseite der Maus und können via Treiber frei programmiert werden. An dieser Stelle sind sie problemlos erreichbar und stören auch nicht bei der alltäglichen Nutzung. Hier können Spieler einiges aus dem Eingabegerät rausholen. Allerdings eignet sich das Design letztendlich nur für Rechtshänder, eine Linkshänder-Version befindet sich nicht im Portfolio.

Der Laser der LM30 löst mit 16.400 DPI auf und ist damit selbst für den Profigebrauch etwas überdimensioniert. Schaden tut es wiederum nicht. Der Laser lässt sich ebenfalls über den Treiber in vier Stufen regeln. Schön ist in dieser Preisklasse (UVP derzeit rund 40 Euro) auch das »Weight Tuning System«. Über einen Einschub an der Unterseite kann der Nutzer die Maus mit kleinen Gewichten um bis zu 16 Gramm beschweren und an die individuellen Ansprüche anpassen. Allerdings fällt das Gerät auch ohne Zusatz relativ schwer und behäbig aus. Wer sehr flott unterwegs ist, dem könnte diese Maus etwas zu schwerfällig sein.

Optisch sticht die Gaming-Maus aufgrund der umfangreichen Beleuchtung ins Auge. An fünf stellen setzt Lioncast auf Lichtakzente. Die LEDs des Logos und der zwölf seitlichen Tasten können dabei frei konfiguriert werden, die übrigen sind hingegen fest eingestellt. Weiterhin stimmt die Verarbeitung der LM30. Für diesen Preis fühlt sich das Gerät erstaunlich wertig und robust an.

Ebenso wie die LK20 mag die Lioncast-Maus eine Spartenlösung sein, die einen besonderen Schlag von Spielern anspricht. Diese erhalten aber ein ausgeklügeltes Eingabegerät mit vielfältigen Individualisierungsoptionen sowie einem schicken Äußeren zu einem sehr attraktiven Preis.

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