Urteil gegen Fälscherbande: Bewährungsstrafen für die Toner-Betrüger

In einem spektakulären Toner-Betrugsfall sind jetzt in Offenbach die Urteile verkündet worden. Das Amtsgericht verurteilte die drei Männer wegen Betrugs und Verstoßes gegen das Markengesetz zu Haftstrafen auf Bewährung und gemeinnütziger Arbeit.

Gefälschte Brother Produkte (Foto: Brother).

Zwei der Angeklagten arbeiteten laut op-online.de ab 2006 über ihre Obertshausener Firmen »ecc printer Supplies«, »Cartridge Supplies« und »Ink & Toner UG« als Zwischenhändler für Markenprodukte und stellten auch selbst Druckerzubehör her.

Als das Geschäft schlechter lief, betrieben die Angeklagten ab 2009 Fälschungen im großen Stil und verkauften diese Fälschungen unter an Händler und Behörden. Der Fall aus dem Sommer 2012 wurde publik, als Brother als einer der Hauptbetroffenen im millionenschweren Betrug die Staatsanwaltschaft einschaltete.

Bei der Verhandlung kam als besonders pikantes Detail zu Tage, dass der Betrug auf der Druck- und Papiermesse Paperworld in die Wege geleitet wurde. Bemerkt wurde der Betrug erst, als sich Kunden von Brother über die Qualität der vermeintlich originalen Verbrauchsmaterialien beschwert hatten. Stichproben der beanstandeten Ware durch den Hersteller ergaben dann, dass es sich um Fälschungen handelte. Die Kartuschen selbst waren von minderer Qualität, die Verpackung allerdings war täuschend echt nachgemacht. Auch Hologramm-Sticker hatten sich die Betrüger in China anfertigen lassen, um so selbst Sicherheitsmerkmale zu fälschen. Der Fall hatte vor allem deshalb viel Aufsehen erregt, weil die Fälscher ihren Betrug im großen Stil betrieben und eine ganze Lagerhalle im hessischen Obertshausen mit den Plagiaten gefüllt hatten. Allein die damals sichergestellten Kartuschen, Hologramme und Kartons hätten bei einem Verkauf rund etwa 400.000 Euro erzielt.