Tech Data Forum 2012-Messe:
Tech Data zielt auf Augenhöhe
Auf seiner neu konzipierten Hausmesse »Forum 2012« präsentiert Tech Data-Chef Michael Dressen sein Distributionsunternehmen als wiedererstarkten Broadline-Player und meldet Ansprüche auf eine führende Rolle im Markt an.
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TD-Chef Michael Dressen (Foto: TD)
Die »Forum 2012«-Hausmesse lockt heute im Münchner M,O,C-Center Jahr mit einem veränderten Konzept Fachhandelsbesucher: Neben der Forumsausstellung veranstaltet der Distributor einen Kongress, auf dem in exklusivem Rahmen interessante und auch provokante Themen diskutiert und von verschiedensten Marktteilnehmern beleuchtet werden sollen. So werde beispielsweise im Rahmen einer Podiumsdiskussion das Thema »Stationärer IT-Handel – ein Auslaufmodell?« von Spezialisten der Branche unter die Lupe genommen. Tech Data startet mit seiner Hausmesse außerdem das Cloud-Programm »TD Cloud«, das mehrere Ausbaustufen vorsieht: Zunächst werde man mit einer Informationsplattform und einer Schulungsinitiative TD Cloud-Akademie starten. Im Frühling nächsten Jahres werde dann die hauseigene SaaS-Plattform StreamOne gelauncht.
Michael Dressen, der das Geschäft in Deutschland und Österreich seit Februar leitet, nutzt die Veranstaltung auch dazu, die wieder gewonnene Stärke des Unternehmens herauszustellen: »Wir können mit der Entwicklung sehr zufrieden sein. Unser Umsatz liegt in diesem Jahr über dem Vorjahr und auch auf der Gewinnseite entwickelt sich das Geschäft positiv«, erklärt der TD-Chef. Dies begründe sich auch in der guten Positionierung des Konzerns in Deutschland: Tech Data sei im Value-Bereich mit Azlan sehr stark positioniert, ja, marktführend vor den Wettbewerbern. Im Mobility-Segment konnte man mit der Unit Tech Data Mobile zuletzt stark wachsen. Außerdem sei man auch in anderen Nischensegmenten, vor allem im CAD-Bereich mit Datech, aussichtsreich positioniert. Das Problem sei in der Vergangenheit häufig der Broadline-Bereich gewesen, blickt Dressen zurück. Dieser mache immerhin 45 Prozent des gesamten Geschäftsvolumens aus. In diesem Bereich nun will Dressen entscheidende Fortschritte erzielen, indem er den Fokus auf die SMB-Kundschaft verstärkt. »Hier werden wir investieren«, betont der TD-Chef und fügt hinzu: »Im Umkehrschluss verzichten wir auf unprofitables Geschäft«. Gemeint sind vor allem Margen-arme Deals im Retail-/Etail-Segment. »Ein Distributor muss schließlich Geld verdienen«, sagt Dressen.
Tech Data schließt zur Konkurrenz auf
Das Ziel Dressens ist klar: Tech Data schnell wieder an die Broadline-Konkurrenten heranzuführen. Tatsächlich sieht der Tech Data-Chef sein Unternehmen längst wieder auf Augenhöhe. »Alle drei Broadliner liegen derzeit in Deutschland in etwa auf Augenhöhe«, lautet die Einschätzung Dressens. Obwohl er mit Blick auf die Konzernvorgaben keine Zahlen für seinen Verantwortungsbereich nennt, widerspricht er der ihm von Journalisten angetragenen Zahl von drei Milliarden Euro Jahresumsatz nicht. Das wäre tatsächlich ein ordentlicher Sprung nach vorne, in die Gewichtsklasse der Broadline-Konkurrenten, die sich zuletzt schon deutlich abzusetzen schienen. Allerdings verzeichnen Marktforschungen bisher keinen vergleichbaren Anstieg bei der Kundenbreite für Tech Data. So rangiert der Münchner Distributor laut CRN-Channeltracks-Befragung (Q2/2012) mit 37,5 Prozent der Nennungen als Hauptlieferant deutlich hinter Ingram Micro (61,6 Prozent) und Also Actebis (41,7 Prozent). Das legt nahe, dass Tech Data Geschäftszuwächse bisher vor allem mit einigen Großkunden erzielte.
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