Geschäftsführer-Quartet in Deutschland:
Der Neustart bei Also Actebis

von Samba Schulte (pschulte@weka-fachmedien.de)

16.08.2012

Ein neues Geschäftsführer-Quartett um Sprecher Reiner Schwitzki führt ab sofort die Geschäfte von Also Actebis in Deutschland. CEO Gustavo Möller-Hergt schafft damit auch gleich die komplette mittlere Managementebene ab und untermauert die geplante Ausrichtung des Distributors auf die drei Geschäftssäulen Volume, Solutions und Service.

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Das Führungsquartett: Matthias Lorz, Stefan Klinglmair, Reiner Schwitzki und Heino Deubner (Bildquelle: CRN)

Also Actebis-CEO Gustavo Möller-Hergt, der zuletzt auch als Deutschland-Geschäftsführer fungierte, hat ein neues Geschäftsführer-Team für die größte Landesgesellschaft des Distributionskonzerns vorgestellt: Neben Sprecher Reiner Schwitzki verantworten nun Heino Deubner, Matthias Lorz und Stefan Klinglmair das Deutschland-Geschäft. Dass ein neues Führungsteam implementiert wurde, kam nicht ganz überraschend. Bereits bei der Präsentation der Halbjahreszahlen in Zürich deutete Möller-Hergt, der nach dem Abschied von Klaus Hellmich auch den CEO-Posten übernahm, an, dass er an einer Nachfolgeregelung für Deutschland arbeite. »Das Distributionsgeschäft wird immer komplexer, das schaffe ich nicht alles alleine«, erklärt er bei der Vorstellung des neuen Führungsteams in Straubing.

Überraschender ist die personelle Zusammenstellung des Teams: Neben Finanzchef Schwitzki übernehmen nun junge Manager Verantwortung, die teilweise erst seit sehr kurzer Zeit beim Distributor tätig sind. Heine Deubner wechselte mit der Übernahme von Druckerfachmann.de in das Also Actebis-Management. Der vormalige Arvato-Manager Matthias Lorz stieß erst Anfang des Jahres zum Unternehmen. Gleichzeitig verlassen gleich mehrere altgediente Also- und Actebis-Manager die Firma: Oliver Kaiser, Jochen Bless, Guido Wirtz, Volker Flemming und Reinhold Egenter. Die Entscheidung, sich von den Managern zu trennen, sei natürlich nicht erst jetzt gefallen: Man habe sich über die vergangenen Monate hinweg damit auseinandergesetzt, erklärt Möller-Hergt. Er sei kein Mann für »Friede, Freude, Eierkuchen«, räumt der CEO ein, dennoch betont er, dass man sich mit den scheidenden Managern im Gütlichen geeinigt habe. Die meisten seien noch in der Firma aktiv und tragen zur ordentlichen Übergabe bei. Im Führungsteam repräsentieren nur noch Schwitzki und Klinglmair die Actebis- beziehungsweise die Also-Tradition.

Mehr Verantwortung in den BUs

Gustavo Möller-Hergt (Bildquelle: Also Actebis)

Nachdem der bisherige Fusionsverlauf im Wesentlichen von der Frage geprägt war, welcher Also- oder Actebis-Manager sich welche Verantwortungsbereiche sicher konnte, folgt nun also Tabula Rasa. Denn mit dieser Maßnahme wird die mittlere Managementebene abgeschafft. »An die einzelnen Business Units wird damit sogar noch mehr Verantwotrtung übertragen«, betont Möller-Hergt. Aber die Aufstellung des Managements reflektiert nun, anstelle einer klassischen Business Unit-Struktur, stärker die Drei-Säulen-Strategie, die der CEO seit Antritt in das Unternehmen einführen möchte. Stefan Klinglmaier wird in dieser Ausrichtung die Verantwortung für das komplette Volume-Business übernehmen, Heino Deubner leitet den Solutions-Bereich und Matthias Lorz die junge Service-Unit.

Kein Zweifel lässt Möller-Hergt aufkommen, dass im augenblicklichen wettbewerbsintensiven Distributionsmarkt eine strategische Neu-Ausrichtung vonnöten sei: »Preis und Margenverfall führen dazu, dass man ständig restrukturieren muss, um zu überleben«, sagt der CEO. Der Vorstoß in das Solutions- und Service-Business sei dabei entscheidend, schließlich stehe der Profit derzeit im Fokus der Anstrengungen. »Wir wollen diese wichtigen Geschäftsfelder mit einem neuen Team entwickeln«, sagt der Konzernchef und fügt hinzu: »Value Business heißt für uns nicht einfach nur, dass wir schönere Kataloge machen. Sondern wir wollen das Business tatsächlich besser machen.«

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