Jahresabschluss mit Umsatzrückgang:
B.Com beschwört die Ruhe nach dem Sturm

von Lars Bube (lbube@weka-fachmedien.de)

02.08.2012

Zum Ende des Geschäftsjahres 2011/2012 ziehen die B.Com-Vorstände Torsten Belverato und Patrick Köhler Bilanz: Der Vollsortimenter sieht sich nach einem aufregenden Jahr mit Personalwechseln und der forcierten Expansion in Europa, mit neuen Landesgesellschaften in Österreich und den Niederlanden, stabil aufgestellt.

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Die B.Com-Vorstände Patrick Köhler und Torsten Belverato (Bildquelle: CRN)

Es war ein aufregendes Jahr für den Distributor B.Com, das erste komplett unter der neuen Führung nach dem Management-Buyout im vergangenen Jahr. Besonders wichtig war dabei die weitere Expansion nach Europa, wo man in Österreich, Spanien und nun auch in den Niederlanden präsent ist. Indem diese Außenstellen jeweils als eigenständige Gesellschaften geführt werden, kann sichergestellt werden, dass für die Händler vor Ort keine komplexen Steuerfragen und ähnliche Probleme auftauchen. Dabei konnte in Spanien schon nach wenigen Monaten der Break-Even erreicht werden, ähnliches erwartet man sich auch in den anderen Ländern. Die Vorstände Patrick Köhler und Torsten Belverato stellten jedoch auch klar, dass man zwar weiterhin solche interessanten Märkte mit Potential erschließen will, aber dabei nicht plane, bis zum paneuropäischen Großdistributor zu wachsen. Generell stelle man die unternehmerische Vernunft und Stabilität vor Experimente, auch wenn diese schnellen Umsatz versprächen, so das Credo der Vorstände.

Deutlicher Umsatzrückgang und Personalwechsel

Rein nach Zahlen war bei der B.Com im vergangenen Geschäftsjahr ein deutlicher Umsatzrückgang von 307 Millionen Euro auf 260 Millionen Euro zu verzeichnen, der nach den Ausführungen der Vorstände jedoch keine Verluste mit sich brachte. Da es sich bei diesem Rückgang hauptsächlich um freiwillig eingestelltes Geschäft mit wenig profitablen Produkten gehandelt hat, konnte das Ergebnis dadurch laut Belverato sogar um knapp zwei Prozent verbessert werden. Insbesondere einige Produktgruppen großer Hersteller die nicht konkurrenzfähig angeboten werden können, fielen dabei aus dem Portfolio. Alleine durch die Auslistung der Drucker von HP (PSG) sind laut den Vorständen über 20 Millionen Euro Umsatz weggefallen, die jedoch keinen nennenswerten Gewinn einbringen konnten. »Mit HP-Druckernkann man kein profitables Geschäft machen«, so die klaren Worte von Belverato. Bereinigt um diesen Umbau sei das Geschäft um knapp zwei Prozent gewachsen, so Köhler. Dafür konnte man auf der anderen Seite rund 20 neue Hersteller gewinnen, so dass nun insgesamt etwa 200 Hersteller im Portfolio sind, von denen die Hälfte direkt vertrieben werden kann. Darüber hinaus machten die Vorstände auch die Überarbeitung der Versandkosten sowie das innovative Bonus-Modell der »b.points«, bei dem die gesammelten Punkte bereits versteuert als echtes Geld auf einer Prepaid-Karte gutgeschrieben werden als besondere Garanten des Erfolgs aus.

Andererseits gab es bei der B.Com, insbesondere Anfang des Jahres 2012, einige Wechsel im Personal, die für Torsten Belverato ein konsequenter Schritt in Richtung Zukunft waren. Nicht jeder Mitarbeiter sei mit der aktuellen Richtung und Strategie der B.Com glücklich gewesen, erklärte er das Personalkarussell. Man habe sich jedoch mit jedem der betroffenen Mitarbeiter letztlich einvernehmlich einigen können. Dafür wurde das Team anschließend mit neuen Kräften verstärkt, unter anderem kamen René Frantzen und Thomas Küppers als neue Kollegen vom Konkurrenten API hinzu.

Die soll auch bei B.Com ein Gesicht bekommen

Insgesamt sieht sich B.Com nach einem aufregenden Jahr auf dem Weg »zu alter Stärke zurück in die Breite« jetzt gut aufgestellt für die Zukunft und mit einer »stabilen Basis für 2012/2013« ausgestattet. Auch im nächsten Jahr erwarte man wieder ein einstelliges Wachstum des Ergebnisses. Dabei wird auch das Thema Cloud Computing eine immer größere Rolle spielen. Auch wenn Belverato klarstellte, dass er derzeit noch keinem Hersteller so recht Glauben schenken will, der behauptet Cloud Computing sei schon jetzt sein »running business«, zeichne sich nach den wolkigen Versprechungen der Vergangenheit inzwischen deutlich der Wandel ab: »Die Cloud bekommt ein Gesicht«, so Belverato. Wie jeder in der Branche müsse sich damit auch B.Com in den nächsten zwei Jahren auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Für Köhler und Belverato heißt das beispielsweise, dass es vielleicht schon bald eine eigene B.Com-Cloud geben könne.

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