Branchentreff von EP:
EP erteilt Multichannel Absage

von Karl-Peter Lenhard (kplenhard@weka-fachmedien.de)

26.03.2012

Electronic Partner hat auf seinem Branchentreff die Zahlen für das Geschäftsjahr 2011 präsentiert. Die Verbundgruppe stagniert zwar beim Umsatz, geht jedoch positiv gestimmt ins Geschäftsjahr 2012. Einer Multichannel- sowie einer aggressiven Expansionsstrategie erteilte Jörg Ehmer eine Absage.

Jörg Ehmer von EP blickt positiv auf das Geschäftsjahr 2012.

Electronic Partner (EP) hat auf seinem Branchentreff die Zahlen des Geschäftjahres 2011 präsentiert. Zwar stagniert der Innenumsatz und liegt mit 1,645 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau, dennoch ist Jörg Ehmer mit dem Ergebnis zufrieden: » Unser Ziel in 2011 hieß Stabilität – und das haben wir erreicht«.

Beim Umsatz im Ausland 2011 brach die Verbundgruppe mit 488 Millionen Euro ein. Das Vorjahresergebnis lag bei 664 Millionen Euro. Ehmer führte für dieses Ergebnis die Krise in Europa an, die das Ausland stärker betraf als in Deutschland der Fall war.

Obwohl das CE-Segment laut GfK in Deutschland um sechs Prozent zurückging, hat »EP dieser Entwicklung standgehalten und sogar noch anteilig gewonnen«, fügte Ehmer hinzu. Vor allem Händler mit der Marke EP seinen deutlich gewachsen. Für Ehmer ein klares Zeichen, dass »sich der qualitative Fachhandel gegenüber dem Markt behaupten kann und sich keine Sorgen machen muss, wenn er sich nur richtig positioniert«.

Bei den Flächenmärkten Medimax zeichnet sich ein anderes Bild. Fünf Neueröffnungen stehen drei Schließungen gegenüber. Während Expert mit einer aggressiven Expansionsstrategie zum Sturm auf den Branchenprimus Mediamarkt bläst, stagniert bei EP auch hier der Wachstum. Ehmer erklärte: »Unsere Expansionsstrategie lautet Wachsen mit Augenmaß. Es geht nicht darum, um jeden Preis den Umsatz zu steigern, wenn dabei Beratung und Service auf der Strecke bleiben.«

Trotz der Stagnation bei EP blickt Ehmer positiv auf das Geschäftsjahr 2012 und ist damit zufrieden, wenn EP 2012 ein moderates Wachstum verzeichnet. »In der ersten Jahreshälfte werden uns die Analog-Abschaltung und die Fußball-EM deutliche Impulse geben. Die große Herausforderung wird sein, dieses Polster in der zweiten Jahreshälfte zu behaupten.«

Absage an Multichannel

Dem Thema E-Commerce und Multichannel erteilte Ehmer eine Absage. »Im Moment ist die Zeit dafür noch nicht reif«, so Ehmer. Noch sehe er kein funktionierendes Konzept von gekoppelten stationären Handel und Online in Deutschland und Europa. Allerdings gab Ehmer zu: »Vielleicht gibt es bald ein funktionierendes Konzept, bei dem wir gerne abschauen und mitmachen.« EP prüfe mittlerweile Quartalsweise seine E-Commerce-Strategie, wolle aber nicht überstürzt »das Risiko eingehen und dabei die Profitabilität der Mitglieder aufs Spiel setzen«.

Mit großem Interesse verfolgt Ehmer auch die Zahlen von Media-Saturn. MSH musste im stationären Handel einen Rückgang hinnehmen, während es bei Online nur zu einem minimalen Wachstum reichte, dass zudem nicht vom eigenen Online-Shop, sondern von Redcoon herrührte, so die Einschätzung von Ehmer.

Aktuell setzt EP daher nur auf Social Media Aktivitäten. In Facebook-Schulungen sollen die Mitglieder Richtung Social Media bewegt werden. Der viel gescholtenen Transparenz des Preises will Ehmer im Netz die Transparenz der Leistung entgegensetzen.

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