257 Prozent Wachstum im Tablet-Segment:
Deutscher PC-Markt überflügelt europäische Konkurrenz

von Lars Bube (lars.bube@crn.de)

09.07.2010

Nach ersten vorliegenden Zahlen hat sich der PC-Markt in Deutschland und Europa im zweiten Quartal weiter stark gezeigt. Angestoßen durch Apples iPad ist der Markt für Tablet-PCs um sagenhafte 257 Prozent gewachsen, aber auch die Umsätze mit Netbooks und PCs konnten weiter zulegen.

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Der europäische PC-Markt hat sich nach dem schweren Krisenjahr wieder gut erholt. (Bild: Tryfonov, Fotolia.de)

Erste, jetzt veröffentlichte Zahlen des britischen Technologie-Marktforschungsunternehmens Context [1], zeigen auch im zweiten Quartal 2010 einen recht starken europäischen PC-Markt. Die Marktforscher beziehen sich dabei auf Zahlen, die auf Informationen zu PC-Verkäufen der größten europäischen IT-Distributoren basieren, die über die Hälfte des PC-Geschäftes in Europa unter sich aufteilen.

Im Vergleich zum Vorjahr wuchsen demnach im zweiten Quartal die Stückzahl-Verkäufe für Desktops, Notebooks und Server in 14 Ländern um 10 Prozent. Dennoch zeigte sich das Umsatzwachstum nicht mehr ganz so stark, wie noch im ersten Quartal. »Die Wachstumsrate von 10 Prozent (Stückzahlen, Q2 2010) ist geringer als die 15,7 Prozent im ersten Quartal,« kommentiert Context Senior PC Analyst Marie-Christine Pygott. »Also mit 18,3 Prozent etwa vier Prozentpunkte geringer als 2009. Dennoch wurde die Wachstumsrate im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, ein positives Zeichen für den Rest des Jahres 2010.«

Im Bereich der Consumer-PCs war das Umsatzwachstum um 11,9 Prozent laut Context zu etwa einem Viertel einer Erhöhung der erzielten Verkaufspreise geschuldet, wodurch der durchschnittliche Preis für einen Consumer-PC von 443.84 Euro im ersten Quartal 2010 auf 457.37 im zweiten Quartal 2010 angestiegen ist. Dieser Mehrerlös wurde vor allem durch teurer gewordene All-in-one Consumer-PCs erzielt. Weiter verstärkt wurde dieser Effekt durch eine Wiederbelebung der Absatzzahlen von (teureren) Notebooks im Geschäftskundenbereich und den schwachen Euro.

257 Prozent Wachstum bei Tablets

Während Desktop Computer und Notebooks mit 9,1 Prozent und 9,4 Prozent im zweiten Quartal 2010 ähnliche Wachstumsraten wie im ersten erreichten, schossen vor allem die Tablet-Verkäufe in Rekordhöhen. Angetrieben durch Apples iPad-Launch im Mai legte dieser Marktbereich um sagenhafte 257 Prozent zu.

Doch anders als von vielen Experten vermutet, resultierte dieser Boom nicht in einem Einbruch des Absatzes der im Markt ähnlich aufgestellten Netbooks, die in den letzten Monaten stets das Wachstumsranking angeführt hatten. Mit einem Anstieg der abgesetzten Stückzahlen um 14,1 Prozent zeigt sich in diesem Markt nur allmählich ein gewisser Sättigungseffekt. Der Verkauf von traditionellen Notebooks wuchs hingegen mit 4,4 Prozent nur ein Prozentpunkt weniger als im Quartal zuvor. Hintergrund ist laut Context, dass hier vor allem preiswertere Modelle an KMU verkauft wurden.

Im Ländervergleich landete Deutschland im zweiten Quartal mit einem Anstieg der verkauften PC-Stückzahlen um 36,8 Prozent eindeutig an der Spitze des teilweise sehr weit auseinander liegenden europäischen Feldes. So schnitt etwa Dänemark mit einem Rückgang von 20 Prozent am schlechtesten ab. Unter den anderen westeuropäischen Ländern verzeichneten Italien und Großbritannien eine Wachstumsrate von 15,6 Prozent, Frankreich erreichte 8,1 Prozent und Spanien 0,2 Prozent.

[1] http://www.contextworld.com/