Komponenten werden zu Peripherie-Produkten:
Komponentenmarkt profitiert vom Netbook-Boom
Der Erfolg der Netbooks und immer kleineren Sub-Notebooks sorgt auch im Komponentenhandel für erfreuliche Absätze, denn externe Lösungen zur Ergänzung und Leistungssteigerung der mobilen Kleinsysteme sind bei Consumern gefragt.
Vom Absatzerfolg der Netbooks und Sub-Notebooks im CE-Markt profitieren auch viele Komponentenanbieter
Die Absatzerfolge der Netbooks und Sub-Notebooks im Consumer-Markt lassen auch viele Komponenanbieter jubeln. Denn die kostengünstigsten, technisch abgespeckten Systeme zum mobilen Einsatz verlangen nach externen Ergänzungen zur Leistungssteigerung. »Die Geräte werden immer kleiner, da sind externe Lösungen gefragt. Komponenten werden so zunehmend zu Peripherie-Produkten«, beschreibt Alexander Spohr, Leiter Components, Displays und Multimedia bei Tech Data, den Absatztrend. Auch Florian Gerken, Senior Manager Components bei Broadliner Ingram Micro, präzisiert: »Vor allem externe Festplatten und externe optische Laufwerke für Netbooks werden sehr stark nachgefragt und bieten auch für Reseller gute Wachstumspotentiale.«
Freilich findet dieser Erfolg fast ausschließlich im Consumer-Markt statt, wo sich klassische Fachhändler mit der preisaggressiven Konkurrenz der Etailer und Retailer schlagen müssen. »Im Komponentenhandel läuft inzwischen sehr viel über die Etailer. Diese sind im Komponentengeschäft eine starke Konkurrenz für den Fachhandel mit Ladengeschäft - ja sogar für manche Distributoren«, sagt Spohr. Vor allem Kunden mit viel IT-Know-how, wie beispielsweise Gamer, orderten inzwischen ihre Komponenten fast ausschließlich als Bulk-Ware bei Etailern. »Die Ladenhändler sollten also auf beratungsintensivere Produkte setzen, denn »die Beratungsqualität im Fachhandel ist immer noch die beste«, wie Spohr betont.
Assemblierer-Geschäft stabil
»Der klassische Komponentenmarkt bedient hauptsächlich Desktop-Produkte«, erklärt Ingram Micros Komponentenchef Florian Gerken.
Klassischer Absatzkanal für viele Komponentenprodukte sind für Hersteller und Distributoren natürlich nach wie vor die PC-Assemblierer: »Der klassische Komponentenmarkt bedient hauptsächlich Desktop-Produkte. In diesem Segment ist zwar kein großartiges Wachstum zu verzeichnen – dennoch werden flexible, individuelle und zum Teil extrem leistungsstarke assemblierte PCs weiter sehr gut nachgefragt«, sagt Ingram Micros Florian Gerken. Auch Tech Datas Alexander Spohr betont die Wichtigkeit dieser Kundenklientel: »Während es europaweit in den vergangenen Jahren ganz klar einen Trend hin zum A-Brand-PC von der Stange gab, ist die Assemblierer-Szene in Deutschland bis heute stark geblieben.« Bis zu 7.500 assemblierende Fachhändler – kleine Garagenschrauber eingeschlossen - zählt Spohr unter seinen Kunden. Ihr Vorteil: Diese versorgten ihre Kundschaft schneller und flexibler als die A-Brands mit neuesten Lösungen, etwa mit aktuellsten Grafikchips.
Nicht von der Hand zu weisen aber ist, dass der Desktop-Absatz rückläufig ist. Und somit auch das Potenzial für Assemblierer schrumpft, denn diese setzen nach wie vor auf Eigenbau-Desktops – vom wachsenden Notebook-Markt profitieren sie so gut wie gar nicht. So erklärt in einer CRN Channeltracks-Umfrage fast die Hälfte aller befragten Händler Computer zu assemblieren, doch nur 3,4 Prozent der Händler bauen Notebooks auf Kundenwunsch zusammen. Als Hauptproblem wurde schon in einer Channeltracks-Erhebung aus dem vergangenen Jahr von 13,6 Prozent der befragten Händler die mangelnde Kompatibilität der Komponenten genannt. Der Chiphersteller Intel hat seinerzeit mit seiner »White Book Initiative« versucht, Abhilfe zu schaffen und »Common Building Blocks« für Notebooks zu etablieren, ist aber letztlich gescheitert. »Ich bedaure, dass solche Initiativen gescheitert sind«, sagt Spohr, »ich glaube, irgendwann sind Standards etabliert, welche die Notebook-Assemblierung erleichtern.« Derzeit sei sie jedoch kein Thema. Doch was der Chipbranchenprimus Intel nicht geschafft hat, könnte künftig vielleicht im Rahmen der Europäischen Union gelingen. Im EU-Parlament laufen derzeit zumindest Beratungen über die Vereinheitlichung von Notebook-Netzteilen.
Viele Allokation aufgehoben
Getrieben wird der Komponentenmarkt vor allem von der Nachfrage nach aktuellsten Produkten mit großen Kapazitäten: »Besonders gefragt sind derzeit Intel Dualcore E5300, Core i5 750, DDR PC400 1GB, DDR2 PC800 1/2GB sowie DDR3 PC1333 1/2GB. Daneben werden interne wie externe Festplatten mit 2,5 Zoll und 500 GByte bzw. 3,5 Zoll und einem TByte sehr gut abverkauft«, zählt Ingrams Komponentenchef Gerken auf. Alexander Spohr sieht darüber hinaus vor allem auch bei High end-VGA-Chips und im Gamer SSD-Bereich große Absatzpotenziale.
Von Allokationen wird der Markt indes nicht mehr so stark geplagt wie noch Ende vergangenen Jahres: »In den vergangenen beiden Quartalen hatten wir viele Engpässe vor allem im Festplattenbereich. Doch die zur Wirtschaftskrise gedrosselte Produktion ist nun wieder angelaufen, viele Allokationen haben sich erledigt«, sagt Spohr. Doch auch wenn sich die Lage gebessert habe seien noch Allokationen im Festplattenbereich feststellbar. Und auch im Bereich hochwertige Grafik-Chips komme es aufgrund der großen Nachfrage immer wieder zu Engpässen.
- 1. Seite: Komponentenmarkt profitiert vom Netbook-Boom
- 2. Seite: Assemblierer-Geschäft stabil
- 3. Seite: Viele Allokation aufgehoben
» Newsletter abonnieren
Täglich aktuelle News und Hintergründe für Fachhändler, ITK-Hersteller, Distributoren und aus der Online-Welt.
» Tipp der Redaktion
Acer rockt die Eifel
Rund um den Nürburgring dröhnten einmal nicht die Rennmotoren: Beim Acer Kick-off 2012 brachten stattdessen Bässe und Gitarrensoli die Eifel zum Wackeln. Über 600 Acer-Partner rockten zum Ausklang des Partner-Events im Eifel Stadl zu Live Musik oder ließen sich im Rockstar-Outfit fotografieren.
Die besten Multifunktions-Farblaser ab 300 Euro
Im Gegensatz zu den ultrabilligen Tintenstrahl-Einsteigerdruckern, die oft schon unter 100 Euro zu haben sind, sollte die Investition in einen Multifunktions-Laserdrucker schon etwas besser überlegt sein. Wir sagen Ihnen, welcher Laser sich besonders für welchen Zweck lohnt.
Cisco zurück auf Wachstumskurs
Cisco ist zurück auf der Überholspur. Nach einem radikalen Stellenabbau und einer stärkeren Fokussierung hat der Netzwerkriese im zurückliegenden Quartal sowohl Umsatz als auch Gewinn deutlich ausgebaut.
» Bilderstrecken
» Meistgelesene News
Ist Ihrer auch zu breit?
Die linke Fahrspur ist in vielen Autobahn-Baustellen nur für Fahrzeuge mit maximal zwei Meter Breite zugelassen. Jetzt warnt der ADAC: 67 Prozent der Neuwagenmodelle sind breiter als zwei Meter! Wer nicht nachmisst, riskiert ein Bußgeld.
Channel-Weitblick aus Erfurt
Beim Forum Marketing & Vertrieb des SIBB breitete Christian Fischer, geschäftsführender Gesellschafter des Erfurter SaaS-CRM-Herstellers TecArt-Group seine Vision vom Erfolg im SaaS-Markt aus. Eine der wichtigsten Erkenntnisse: nachhaltiger Erfolg braucht echte Ökosysteme aus ISVs, vor allem aber aus ganz unterschiedlichen Partnertypen.
