Guido Wöhrlin-Braaz im CRN-Gespräch:
Das sind die Pläne des neuen Trademail-Eigentümers
Der ehemalige Geschäftsführer Guido Wöhrlin-Braaz will Trademail als Value add Distributor im Software-Bereich positionieren. Die »neue« Trademail soll im April mit rund 50 Herstellern starten.
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Im ehemaligen Geschäftsführer Guido Wöhrlin-Braaz hat sich ein überraschender Retter für das Offenburger Unternehmen Trademail [1], das jüngst Insolvenz anmelden musste, gefunden: Ab April startet der Manager mit einer neuen Gesellschaft, deren Basis aus Teilen der insolventen Firma bestehen wird. Dazu gehören unter anderem die Markenrechte, die Domain und die Kundendatenbanken des Distributors. »Bevor ich mich zu diesem Schritt entschlossen habe, fanden natürlich Gespräche mit Herstellern statt, die erfolgreich abgeschlossen werden konnten«, erläutert Wöhrlin-Braaz. Er wird den Geschäftsbetrieb unter einer neuen Gesellschaft aufnehmen, denn Altlasten wolle er nicht übernehmen. Die »neue« Trademail soll mit rund 50 Herstellern an den Start gehen und sich als Value add Distributor im Software-Bereich positionieren. »Wir werden uns mit einer klaren Spezialisierung auf beratungsintensive Produkte in Deutschland positionieren«, gibt der neue Trademail-Chef gegenüber Computer Reseller News vor.
Der Software-Distributor blickt auf eine selbst für die Distributionsbranche ungewöhnlich turbulente Geschichte zurück: Die Firma entstand unter dem Dach der Softline AG durch die Verschmelzung der beiden Software-Distributoren Trade Up und Maily. Zur Ruhe kam das Großhandelhaus in den Jahren nach der Fusion nie – zu unterschiedlich waren Manager und Teams von Retail-Profi Trade Up und VAD Maily aufgestellt. Die kriselnde Muttergesellschaft Softline verkaufte den Distributor schließlich an Joaquim Moreira dos Santos und Marc Gloning, Eigentümer und Geschäftsführer des Augsburger Wettbewerbers SOS Software Service GmbH, die fortan mit einer Zwei-Marken-Strategie im deutschen Markt agieren wollten. Doch die Altlasten und die schwache Entwicklung im Markt führten schließlich Anfang 2010 zur Insolvenz des Distributors. »Viele Turbulenzen waren leider abzusehen, ich habe den Softline-Konzern nicht ohne Grund verlassen«, blickt Wöhrlin-Braaz zurück. Doch betont er seine Verbundenheit mit Software-Distributor Trademail: »Es gab viele gute Konzepte, ein starkes Retail-Geschäft und gleichermaßen eine gute Fachhandelsbetreuung.«
Standortfrage ungeklärt
Jetzt müssten aber noch viele Details geklärt werden, ehe das neue Unternehmen zum 1. April starten könne: »Ich werde jetzt erst einmal sortieren, was überhaupt vorhanden ist«, sagt Wöhrlin-Braaz gegenüber Computer Reseller News. Ob die Firma auch künftig aus Offenburg agiere, stehe zum Beispiel noch nicht fest. Sicher ist schon: »Ich kann leider nicht alle ehemaligen Trademail-Mitarbeiter übernehmen«, sagt der Manager. Nun werde man Infrastruktur, Logistik und Buchhaltung aufbauen, wobei eine weitere Firma, an welcher Wöhrlin-Braz beteiligt ist, mit eingebunden werden soll. Dabei könnte es sich um die Firma IT-Services-Firma Intersale handeln.
[1] http://www.trademail.de/
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