Broadline-Distributoren appellieren für fairen Einkauf bei Speichern
Die drohenden ZPÜ-Abgaben auf Festplatten sind ein Ärgernis für Hersteller, Distributoren und Fachhändler. Die Geschäftsführer der Broadline-Distributoren Ingram Micro, Actebis Peacock und Tech Data kündigten in einer - erstmals gemeinsam durchgeführten Pressekonferenz - im Planet Reseller an: Man werde diese Abgaben weitergeben, Fachhändler können durch einen Einkauf bei seriösen Quellen viel Ärger vermeiden.
Von links: Tech Data-Geschäftsführer Günter Schiessl, Actebis Peacock-Chefin Bärbel Schmidt und Robert Beck, Managing Director Produktmanagement Ingram Micro beim Gespräch mit Andreas Raum (CRN)
Erstmals traten die Geschäftsführer der drei größten deutschen Distributoren im „Gläsernen Studio“ der Computer Reseller News gemeinsam auf. In seltener Einigkeit erläuterten Actebis Peacock-Chefin Bärbel Schmidt, Tech Data-Geschäftsführer Günter Schiessl und Robert Beck, Managing Director Produktmanagement bei Ingram Micro, den Besuchern des CeBIT-Fachhandelszentrums, welche Folgen die bald in Kraft tretende Urheberrechtsabgaben auf Speicher für den Channel haben werden. „Wir kämpfen gemeinsam mit dem Branchenverband BITKOM und der Industrie dafür, dass die Abgaben möglichst gerecht ausfallen werden“, sagt Robert Beck. Aber das stellt er klar: „Wir werden uns in jedem Fall an die Rechtssprechung halten.“ Und das heißt Verteuerung, denn: „Sobald die Verordnung verbindlich ist, werden wir die entstehenden Kosten weitergeben“, wie Bärbel Schmidt ausführt. „Noch ist die Rechtslage unklar, wir müssen jedoch reagieren und jetzt schon Rücklagen bilden“, sagt Günter Schiessl.
Die Broadline-Distributoren böten den Fachhändlern dadurch immerhin Rechtssicherheit. Denn sie garantieren dass die Abgaben für die abgabepflichtigen Produkte abgeführt worden sind. „Wer sicher einkauft, geht kein Risiko ein“, appelliert Beck an die Fachhändler. Denn Händler, die sich billig mit Ware aus dem Ausland eindecken, gelten als Inverkehrbringer und müssten nun selbst die Abgaben entrichten. Bei Verstößen gegen das Gesetz drohen hohe Gebührennachzahlungen. „Wer in Deutschland einkauft, die realistische Preishöhe und die Seriosität des Anbieters beachtet, spart sich Ärger“, schließt Beck. Die Distributoren empfehlen den Fachhändlern, höhere Beschaffungspreise an die Endkunden weiterzugeben.
[1] http://www2.crn.de/crntv/video/88/
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