Bell Micro tritt kräftig auf die Kostenbremse
Beim Value Added Distributor Bell Micro ist der Umsatz im ersten Quartal 2009 um 27 Prozent zurückgegangen. Allerdings kommt das Unternehmen bei der Ausgabenkontrolle voran und senkt die Betriebskosten um ein Viertel. Im Produktgeschäft nimmt Bell Micro das Software-Portfolio von IBM aus dem Programm.
Der Value Added Distributor (VAD) Bell Micro [1] hat im ersten Quartal, das am 31. März endete, einen Umsatz von 730 Millionen Dollar erzielt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gingen die Einnahmen damit um 27 Prozent zurück. Das US-Unternehmen führt den Einbruch auf das weltweit schwache Wirtschaftsklima und reduzierte IT-Ausgaben der Anwender zurück. Da Bell Micro seit April 2008 wegen Unregelmäßigkeiten in der Bilanzierung von der Nasdaq ausgeschlossen ist, gibt das Unternehmen derzeit lediglich vorläufige Zahlen bekannt. Der Distributor rechnet damit, vom Sommer an wieder an der New Yorker Technologiebörse gelistet zu sein.
Das Europageschäft von Bell Micro, das 43 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt, ging ebenfalls um 27 Prozent zurück. Allerdings wirkte sich der Anstieg des Dollarkurses ungünstig auf die europäischen Zahlen aus. Denn in lokaler Währung sanken die Einnahmen im Jahresvergleich nur um sechs Prozent und legten gegenüber dem vierten Quartal 2008 sogar um vier Prozent zu. Entsprechend gibt sich John Toal, President Bell Micro EMEA, im Gespräch mit Computer Reseller News vergleichsweise zufrieden: »Wir haben unsere Erwartungen im ersten Quartal leicht übertroffen.«
Bell Micro gibt IBM Software-Geschäft auf
In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld konzentriert sich Bell seit Mitte 2008 vor allem auf die strikte Kontrolle der Ausgaben. Verglichen mit dem Zeitraum zwischen Juli und September 2008 reduzierte der VAD seine Betriebskosten im ersten Quartal um rund 25 Prozent. Dazu trug unter anderem der Abbau von elf Prozent der Arebitsplätze bei.
Einschnitte nimmt Bell Micro auch im Portfolio vor: So vertreibt das Unternehmen künftig keine IBM-Software mehr, sondern nur noch Hardware-Produkte des IT-Riesen, wie Europachef Toal mitteilt. Der VAD hatte bislang alle IBM-Kernmarken - DB2, Lotus, Rational, Tivoli und Websphere - im Programm. »Wir konnten dem Handel in diesem Geschäft zwar viel Mehrwert bieten, sind aber nie auf ein signifikantes Volumen gekommen«, räumt der Manager ein.
[1] http://www.bellmicro.eu/de/
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