Cyberkriminalität:
In Spanien Bot-Netz mit 13 Millionen Zombie-Rechnern ausgehoben

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

04.03.2010

Die spanische Polizei hat einen Schlag gegen eines der größten Botnets der Welt geführt. Zu den rund 13 Millionen ferngesteuerten Rechnern, die dem Netz angehörten, zählten auch Systeme in Großfirmen und Banken.

Nach der Aktion von Microsoft [1] gegen das Bot-Netz Waledac (siehe unseren Beitrag [2]) haben nun auch spanische Behörden einen Erfolg auf diesem Gebiet vorzuweisen. Sie nahmen drei Personen fest, die das Botnet »Mariposa« (Deutsch: Schmetterling) betrieben haben sollen.

Nach Angaben der spanischen Polizei besteht dieses Netz aus 12,7 Millionen ferngesteuerten PCs. Damit gehört Mariposa zu den größten Botnets der Welt.

Um einen Schmetterling der besonderen Art handelte es sich beim Bot-Netz Mimosa. (Foto: Pixelio.de/Appley).

Wie Cesar Lorenza, ein Sprecher der spanischen Polizei Guardia Civil, der Nachrichtenagentur AP mitteilte, handelt es sich bei den drei Verdächtigen keineswegs um brillante Hacker.

Vielmehr sind die Hintermänner von Mariposa »ganz normale Bürger« ohne Vorstrafen.

Sie nutzten allerdings Kontakte zur Unterwelt, um sich Know-how in Sachen Aufbau und Betrieb eines Botnet zu verschaffen. Den Männern, die zwischen 25 und 31 Jahre alt sind, drohen nun bis zu sechs Jahre Haft.

Auch PCs in Banken Teil des Netzes

Die Analyse ergab, dass unter den »Zombie-PCs«, die für Mariposa arbeiteten, Rechner aus mehr als 190 Ländern waren. Zu denken gibt, dass sich darunter Systeme befanden, die in mehr als der Hälfte der Fortune-1000-Firmen stehen. Auch Rechner in mehr als 40 Großbanken waren laut der Guardia Civil Teil des Bot-Netzes.

Um Mariposa unschädlich zu machen, arbeiteten die Behörden mit Experten der spanischen IT-Security-Firma Panda Security [3], des kanadischen Unternehmens Defence Intelligence und des Georgia Tech Information Security Center zusammen.

Um Rechner mit Malware zu infizieren, nutzten die Angreifer Instant-Messages, in die sie Links zu mit Malware hinterlegten Web-Seiten einbauten. Außerdem verwendeten sie Peer-to-Peer-Netze, um Schadsoftware zu verbreiten.

Den drei »Managern« von Mariposa ging es ums liebe Geld: Sie nutzten das Netz dazu, um an Kreditkartendaten und Bankinformationen zu gelangen und anschließende fremde Konten zu plündern.

[1] http://www.microsoft.de/
[2] http://www.networkcomputing.de/netzwerk/sicherheit/artikel-80277.html
[3] http://www.pandasecurity.com/

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