Schwierige Verhandlungen:
Google arbeitet mit NSA zusammen

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de)

04.02.2010

Die Angriffe auf Googles Infrastruktur kürzlich haben die Suchmaschine erschüttert. Das Unternehmen will sich nun Hilfe bei der NSA holen. Diese soll helfen, die Systeme von Google besser zu schützen.

Googles Ruf im Umgang mit den Daten der Nutzer ist nicht der Beste, schon wegen der Sammelwut des Suchmaschinen-Anbieters. Nun müssen Anwender fürchten, dass ihre Daten dort nicht mehr sicher sind. Grund ist ein erfolgreicher Angriff auf Googles Infrastruktur, den diese China zuordnet. Das trifft den Anbieter ins Mark. Dies ist vermutlich der Auslöser, dass Google [1] mit dem Geheimdienst NSA [2] über eine Zusammenarbeit verhandelt. Dies berichtet die Washington Post [3] mit der Berufung auf entsprechende Quellen. Allerdings gibt es dazu keine Kommentar, weder von Google noch der NSA. Die Verhandlungen gestalten sich schwierig. Schließlich muss das Unternehmen der NSA Informationen zur Verfügung stellen, ohne dass die eigenen Regeln oder Gesetze in den USA verletzt werden.

Google soll mit der NSA über eine Zusammenarbeit verhandeln. (Quelle: NSA)

Nach Quellen, die mit den Verhandlungen vertraut sind, geht es in der Kooperation nicht darum, die Urheber der Attacke im Januar zu finden. Vielmehr soll die NSA helfen, das Netz von Google besser abzusichern. In der Vergangenheit haben auch andere Unternehmen die NSA möglichst geräuschlos um Hilfe gebeten.

Bei der Zusammenarbeit geht es wohl darum, Schwachstellen bei Google in der Hardware und Software zu finden. Außerdem gilt es, die Möglichkeiten des Gegners einzuschätzen.

Die Bundesbehörde hat bereits andere Angriffe dokumentiert und analysiert, um die Merkmale (Signaturen) der Attacken zu erkennen . Außerdem hat sie Wissen, um herauszufinden, wie die Hacker im Januar in das System gekommen sind.

Nicht ganz einfach: Zusammenarbeit zwischen Behörden und Firmen

Die Angriffe auf Google im Januar sollen einmal dem Source-Code von Google gegolten haben, also dem Code für die Applikationen, die das Unternehmen einsetzt. Außerdem waren wohl Gmail-Accounts von Menschenrechtsaktivisten in China, Europa und den USA das Ziel.

Die Verhandlungen berühren einen generelles Problem bei der Zusammenarbeit von Unternehmen mit ihrer Regierung. Denn es geht um die Balance zwischen den Interessen der Behörden und dem Schutz der Privatsphäre.

Dass die NSA nach dem 11. September wiederholt Telefonate und E-Mails abgefangen hat, macht die Gespräche sicher nicht leichter. Weiter hat sich Google nach eigenen Angaben in 2008 geweigert bei dem Terroist-Surveillance-Programm der NSA mitzumachen.

[1] http://www.google.de/
[2] http://www.nsa.gov/
[3] http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/02/03/AR2010020304057.html?hpid=topnews

Verwandte Artikel
Leserkommentare

Melden Sie sich an, um einen Leserkommentar schreiben zu können.

» Tipp der Redaktion

Bild zu "»CE ist ein super-attraktives Feld«"

»CE ist ein super-attraktives Feld«

Von ihrer TK-Plattform Getmobile haben sich Daniel Wild und Tim Schwenke 2009 verabschiedet und setzen nun als Ecommerce Alliance auf neue Etail-Ideen. Im Gespräch mit CRN berichtet Wild, wie sich gerade im margenschwachen CE-Geschäft attraktive Modelle wie der Shopping Club Pauldirekt umsetzen lassen.

Bild zu "ITK Group lädt zur Hausmesse"

ITK Group lädt zur Hausmesse

Die Verbundgruppe ITK Group lädt am 24. September nach Berlin zum jährlichen Event »iTKON«. In diesem Jahr steht unter dem Motto »Direct Touch« die Kundenansprache im Mittelpunkt der Veranstaltung. Doch kommen auch die Themen Networking und Feiern nicht zu kurz.

» Top-Stories der Woche

Bild zu "Preo erwirkt Unterlassungsurteil gegen Microsoft"

Preo erwirkt Unterlassungsurteil gegen Microsoft

Das Landgericht Hamburg hat ein Unterlassungsurteil gegen Microsoft ausgesprochen. Darin wird es dem unternehmen verboten, Kunden der preo Software AG, die ihre gebrauchten Softwarelizenzen weiter veräußern, mit unsachlichen Anschreiben in Zusammenhang mit Lizenzübertragungen anzuschreiben.

Bild zu "Informationen in neuem Gewand"

Informationen in neuem Gewand

Am 1. August wandert www.informationweek.de zu www.crn.de/cio. In unserer neuen CIO-Rubrik werden wir Ihnen weiterhin in gewohnter Qualität die wichtigsten Informationen aus der Business-IT-Welt für Sie und Ihr Geschäft bereitstellen.

» Meistgelesene News

Bild zu "PC-Ware unter Druck"

PC-Ware unter Druck

Lizenz-Spezialist PC-Ware ist noch nicht wieder auf Wachstumskurs: Vorläufige Geschäftszahlen weisen einen Ergebnisrückgang von fast 100 Prozent und einen rückläufigen Umsatz aus.

Bild zu "Vobis eröffnet neue Filialen"

Vobis eröffnet neue Filialen

Vobis hat die Talsohle durchschritten: In den letzten Monaten hat das Franchise-System drei neue Filialen eröffnet. Dabei positioniert sich Vobis verstärkt als beratungsstarker Fachhändler und setzt auf die Themen Telekommunikation und E-Commerce.

» Wirtschaftsnews

ROUNDUP: Infineon-Geschäft brummt - Prognosen erneut angehoben

NEUBIBERG (dpa-AFX) - Beim Halbleiterspezialisten Infineon brummt das Geschäft dank der Konjunkturerholung und der hohen Nachfrage in allen Bereichen. Aufgrund der starken Zuwächse in den ersten neun Monaten erhöhte Infineon erneut die...

Terroristen bekennen sich zu Mord an Journalisten

Athen (dpa) - Die linksextreme griechische Terrororganisation «Revolutionären-Sekte» hat die Verantwortung für die Ermordung eines Journalisten Mitte Juli übernommen. Wie die Athener Zeitung «Ta Nea» am Dienstag auf ihrer Internetseite berichtete,...

» Preisvergleich Top 5

» CRN Business - kostenlose Downloads

10 Schritte für erfolgreiches Zukunftsmanagement

Sich auf mögliche Szenarien der Zukunft einstellen.

Vertrag über Outsourcing-Leistung

Worauf es bei Outsourcing-Leistungen und -Verträgen ankommt.