Storage-Systeme: Nächste Fibre-Channel-Generation:
Fibre to the Max: Network Computing testet Fibre-Channel-Komponenten mit 8 GBit/s
Storage-Area-Networks mit 8-GBit/s-Fibre-Channel-Adaptern versprechen maximale Speicherperformance. Erste Adapter und Switches stehen bereits zur Verfügung. Network Computing testet solche Komponenten im Labor Poing, um zu prüfen, wer diesen Leistungsschub überhaupt umsetzen kann.
Sowohl Emulex [1] als auch Qlogic [2] haben Dual-Port 8-GBit/s-Adapter mit x8-PCI-e-Interface in das Testlabor in Poing gesendet. Einen passenden Switch hat Network Computing zwar noch nicht erhalten, doch die ersten Messungen lassen sich auch mit Punkt-zu-Punkt-Verbindungen aufsetzen.
Herzstück des Diskservers: ein X7SBE-Board von Supermicro mit Q6600-Quad-Core-CPU.
Den Disk-Server baut Network Computing selbst. Zum zweiten Mal kommt dabei das Supermicro-X7SBE-Board zum Einsatz, das Network Computing bereits für die Falconstor-VTL-Maschine (siehe Bericht [3]) verwendete.
Die neue Konfiguration treibt jedoch eine Core-Quad-CPU Q6600 mit 2,4 GHz an, der vorerst 4 GByte RAM zur Seite stehen. Ein Adaptec [4]-ASR3508-SAS-RAID-Controller (PCIe-x4) steuert ein Array mit fünf Seagate [5]-ST3450856SS-Laufwerken. Diese 15000-Touren-Platten zählen mit einer internen Transferrate bis zu rund 150 MByte/s zu den schnellsten SAS-Drives auf dem Markt.
Als 8-Gbit/s-FC-Adapter baut das Laborteam den Qlogic-HBA ein, weil dieser von mehr Software-Anbietern im Target-Modus unterstützt wird als das Emulex-Modell.
Open Solaris mag nicht
Als Target-Software sollte ursprünglich Open Solaris Express mit Comstar zum Einsatz kommen. Leider lässt sich Open Solaris nicht auf dieser Hardware-Plattform zum Laufen bringen.
Die Installation scheitert eigentlich nur daran, dass das X7SBE-Board keine parallelen IDE-Interfaces mehr besitzt und folglich ein DVD-Laufwerk entweder über USB oder S-ATA ansteuern muss. Beide Möglichkeiten gefallen dem Solaris-Installer aber offenkundig nicht.
Network Computing setzt daher auf SAN Symphony 6 von Datacore [6], das mit dem neusten Fixpack den Qlogic-8-GBit/s-Adapter als Target betreiben kann. Nach dem Setup und Update von Windows-Server-2003 und der Datacore Komponenten steht der Speicherserver zur Verfügung.
Acer-Server als Client
Als Client nutzt Network Computing einen Acer [7] Altos R520 unter Ubuntu-8.04.1-64-Bit-Server mit einem Quad-Core-Xeon-5310, 2 GByte RAM und dem Emulex-HBA. Beide HBA-Ports sind direkt mit dem Datacore-Server verbunden.
Die Performance-Tests schieben einen 16 GByte Datenblock mit Null-Bytes per dd von der Linux-Maschine auf das Speichersystem.
Erste Messungen unter den Erwartungen
Im ersten Test schiebt das Testteam die Daten am Cache des Datacore-Servers vorbei auf das SAS-Array. Die ersten Messungen fallen dabei überraschend niedrig aus. Lediglich 200 MByte/s gehen über die Glasfaser - das schaffen auch die 2-GBit/s-FC-System des Labors.
Der Fibre-Channel-Adapter LPe12002 von Emulex
Laut Datacore darf der Anwender aber auch nicht viel mehr von einem Raid-5-Array mit nur fünf Spindeln erwarten, selbst wenn die Platten bis zu 150 MByte/s interne Transferrate liefern sollten.
Um die Geschwindigkeit der 8-GBit/s-Leitungen auszureizen, richtet das Laborteam so genannte »Network Managed Volumes« auf der Datacore-Maschine ein. Diese virtuellen LUNs mit Thin-Provisioning nutzen den Cache des Speicherservers voll aus.
Im zweiten Anlauf schafft es Network Computing damit, beim Schreiben Transferraten von 580 MByte/s zu erzielen. Verglichen mit den schnellsten 4-GBit/s-Messungen, die im Bereich 380 MByte/s liegen, ist das ein spürbarer Fortschritt. Rein rechnerisch liegt das Ergebnis im Bereich 6 GBit/s und lässt damit noch etwas Luft nach oben.
Startet Network Computing parallel Transfers auf beiden 8-GBit/s-Kanälen, beträgt die Performance rund 490 MByte/s pro Kanal.
Fazit
Stand heute sind die bestehenden Open-Systems-Rechner noch gar nicht in der Lage, die volle Bandbreite der 8-GBit/s-FC-Technik auszuschöpfen. Daher sind 8-GBit/s-Kanäle vorerst nur für die Anbindung großer Speichersysteme mit vielen SAN-Clients von Interesse.
Später sollten Vmware-Server folgen, aber nur dann, wenn sie speicherintensive VMs mit N-Port-Virtualisierung verwenden.
[1] http://www.emulex.com/
[2] http://www.qlogic.com/
[3] lablog-guenstigen-server-selbst-bauen/
[4] http://www.adaptec.de/
[5] http://www.seagate.de/
[6] http://www.datacore.com/
[7] http://www.acer.de/
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