Funktioniert mit allen Wireless-Geräten:
Aruba dirigiert WLAN-Clients für eine bessere Auslastung

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de)

30.09.2008

Mit der Version 2.0 des »Adaptive Radio Management« will Aruba die Auslastung des WLANs verbessern und gegenseitige Behinderung von Wireless-Clients verringern. So verweist die Software etwa 11n-Clients auf einen passenden Funkkanal im 5-GHz-Band.

In der ersten Version von Adaptive-Radio-Managment [1] (ARM) ging es beispielsweise um das automatische Management der Funkparameter wie Funkkanäle. Außerdem sorgt ARM 1.0 dafür, dass Access-Points (AP) bei der Installation automatisch die passenden Parameter erhalten. Mit der Version 2.0 will Aruba [2] nun erreichen, dass die zur Verfügung stehenden Funkressourcen besser genutzt werden. Dazu gehören Kanalzuteilung für einen Client, dynamische Verteilung von Clients auf freie Kanäle, Zuordnung zu einem AP oder Verringerung von Störrungen (Interferenzen). Weiter geht es um eine faire Nutzung der verfügbaren Bandbreite. Alle Maßnahmen setzt ARM 2.0 mit Mitteln des WLAN-Standards 802.11 um. Daher sollten die Mechanismen mit allen Wireless-Client-Karten der verschiedenen Hersteller funktionieren.

Die Produktfamilie von Aruba Networks für Wireless-LAN-Infrastrukturen

Für eine bessere Nutzung der zur Verfügung stehenden Kanäle weist ARM 2.0 Clients, falls möglich, einen geeigneten Kanal im 5-GHz-Band zu. Dort stehen 23 überlappungsfreie Kanäle zur Verfügung. Nutzen 11n-Geräte allerdings eine Kanalbandbreite von 40 MHz statt von 20 MHz sind es nur noch 11 Kanäle. Im Vergleich dazu sind es im 2,4-GHz-Band aber nur drei überlappungsfreie Kanäle. Hat ein Client Schwierigkeiten bei der Anmeldung im 5-GHz-Band, erlaubt das System auch eine Anmeldung im 2,4-GHz-Band.

Die Funktion lässt sich aber auch abschalten. Dies ist etwa sinnvoll, wenn es um größere Entfernungen geht. Denn Funkwellen im 2,4-GHz-Band kommen weiter. Theoretisch sei es auch möglich, wie Aruba im Gespräch mit Network Computing bestätigte, die Zuordnung auch von bestimmten Applikationen mit Hilfe der integrierten Firewall abhängig zu machen. Dies sei aber derzeit nicht implementiert.

Über Kanal-Load-Balancing kann ARM 2.0 einen Client zu einem anderen Kanal delegieren, auf dem noch Bandbreite frei ist. Dies soll für eine gleichmäßige Auslastung aller Kanäle sorgen.

In Räumen mit vielen Clients wie Flughafen-Lounges gibt es oft das Problem, dass sich alle Clients den am Besten hörbaren AP wählen. Dies führt dazu, dass bestimmte APs überlastet sind, andere dagegen zu wenig zu tun haben. ARM 2.0 kann nun Clients auch an andere APs verteilen, um die Situation zu entspannen. Dazu müssen aber die beteiligten APs auf dem gleichen Funkkanal senden.

Nicht immer haben alle APs etwas zu tun. ARM kann nun solche Systeme in den Monitor-Modus versetzen. Damit senden diese keine Funksignale mehr, was die Interferenzen für andere WLAN-Übertragungen verringert.

WLAN-Client-Karten können sich selbst auf verschiedenen Betriebssystemen wie Windows-XP, -Vista oder Mac sehr unterschiedlich verhalten. Zudem belegen einige WLAN-Clients mehr Bandbreite als andere. Damit Wireless-Geräte nicht über die Strenge schlagen, hat Aruba zwei Mechanismen implementiert, um Bandbreite fair zu verteilen. Für TCP-Applikationen kommt Traffic-Rate-Shaping zum Einsatz, um die Nutzung zu begrenzen. Dies ist schon länger für so genannte WAN-Beschleuniger-Appliance im Einsatz. Traffic-Rate-Shaping funktioniert aber nur mit TCP. Deshalb hat Aruba für UDP ein auf Token basierendes System eingeführt.

Außerdem sorgt ARM 2.0 dafür, dass 11n-Clients ihre höhere Bandbreite auch dann nutzen können, wenn 11a/g/b-Clients anwesend sind. Dazu gibt ARM 2.0 11n-Geräten eine höhere Priorisierung gegenüber 11a/g-Clients. Diese wiederum bekommen Vorzug gegenüber 11b-Einheiten. Trotzdem soll niemand verhungern. Im Normalfall führt der Mixed-Modus dazu, dass sich im gemischten Betrieb die Peformance von 11n-Geräten deutlich reduziert.

ARM 2.0 soll im vierten Quartal 2008 kommen. Es arbeitet mit allen APs und Wireless-Controllern des Herstellers zusammen. Auf letzteren muss die Betriebssystem-Version »ArubaOS 3.3.2« installiert sein.

[1] http://www.arubanetworks.com/products/arubaos.php
[2] http://www.arubanetworks.com/

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