Komponenten für Server-, Storage- und Desktop-Virtualisierung:
Hewlett-Packard: Produktfeuerwerk rund um Virtualisierung

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

05.09.2008

Ein ganzes Bündel von neuer Hard- und Software für das Virtualisieren von Applikationen hat Hewlett-Packard vorgestellt. Dazu gehören für Virtualisierung optimierte Blade-Server, vorkonfigurierte Storage-Systeme sowie Thin-Clients und Blade-Workstations für virtualisierte Desktop-Umgebungen.

Virtualisierung ist neben Green IT und dem Dauerbrenner Security derzeit eines der Hype-Themen im Netzwerk- und IT-Bereich. Ähnlich wie IBM [1] und Sun Microsystems [2] versteht sich auch Hewlett-Packard [3] als Komplettanbieter von Virtualisierungslösungen – von der Hardware wie Servern und Storage-Systemen über Management-Tools bis hin zu Betriebssystemen und Komponenten für das Virtualisieren von Desktop-Systemen. Nicht zu vergessen die entsprechenden Beratungsleistungen.

Wegen der Fülle der Informationen konzentrieren wir uns in diesem Beitrag auf die Neuheiten im Hardware-Bereich.

Mit dem »HP Proliant BL495c« hat der Hersteller ein Blade herausgebracht, das speziell für die Anforderungen von virtualisierten Umgebungen ausgelegt wurde. Das betrifft vor allem die I/O-Kapazität, die schnell zu einem Flaschenhals werden kann, wenn allzu viele Virtual Machines auf einem Server laufen.

Wurde auf Virtualisierung getrimmt: das Blade Proliant BL495c G5.

Das BL495c ist mit zwei Quad-Core-»Opteron«-CPUs von AMD [4] ausgestattet. Der Arbeitsspeicher ist mit 128 GByte doppelt so groß wie bei vergleichbaren Zwei-Prozessor-Maschinen. Pro Blade sind acht Ethernet-Controller vorhanden, inklusive eines Dual-Port-10-Gigabit-Anschlusses.

Ein Gehäuse vom Tpy »Blade System c7000« lässt sich mit 16 Blades bestücken, auf denen im Schnitt jeweils etwa 32 Virtual Machines (VM) installiert werden können. Das ergibt pro Blade-System 512 virtuelle Maschinen.

Eine Besonderheit des BL495c: Das Blade kann gegen Aufpreis mit zwei Solid-State-Disks (SDDs) mit jeweils 64 GByte ausgerüstet werden. Diese Flash-Festplatten eigenen sich vor allem für Systeme, auf denen besonders I/O-intensive Anwendungen laufen.

Der Grundpreis des BL495c liegt bei etwas über 2000 Euro.

Vorkonfigurierte NAS-Systeme inklusive File-Server

Als Ergänzung bietet Hewlett-Packard die Network-Attached-Storage-Systeme der Reihe HP Storage Works EVA 4400 im Verbund mit File-Servern und Managementsoftware an. Diese Geräte sind bereits einiger Zeit auf dem Markt. Neu ist, dass sie nun als vorkonfiguriertes Paket zur Verfügung stehen.

Das EVA 4400 hat in der Grundversion eine Kapazität von 4,8 TByte, die sich bis auf 89 TByte erweitern lässt. Als Transportmedium für die Daten dienen IP oder Fibre Channel.

Komplettpaket für die Storage-Virtualisierung:das HP Storageworks EVA 4400 ist zusammenmit bis zu 16 File-Servern erhältlich.

Um die Ausfallsicherheit zu erhöhen, stehen drei File-Server zur Verfügung. Sie laufen entweder unter Windows oder Linux. Wer einen höheren Datendurchsatz benötigt, kann stufenweise – und im laufenden Betrieb – auf bis zu 16 Server umstellen, die in einem Cluster zusammengefasst sind.

Die Hauptvorteile der Kombination aus Storage-System und geclusterten File-Servern: eine um bis zu 30 Prozent besser Auslastung der Speicherkapazität, eine höhere Performance von Web-Anwendungen und Thin-Client-Diensten sowie eine erhöhte Verfügbarkeit beziehungsweise Ausfallsicherheit.

Vier neue Thin-Client-Systeme

Voraussichtlich im Oktober bringt HP zudem vier neue Thin-Client-Systeme auf den Markt. Die Preise stehen noch nicht fest.

Der HP t5145 eignet sich besonders als Zugangsgerät für virtuelle Umgebungen in ICA- und RDP-Netzwerken. Ausgestattet mit dem Betriebssystem »HP Thin Connect«, kann das System im »Stateless Mode« verwendet werden. Dabei ist das Image nur auf dem Server im Rechenzentrum vorhanden und wird erst bei der Anmeldung geladen.

Der HP t5540 dient als Zugangsgerät für Windows-, Großrechner- und Internetanwendungen. Damit eignet er sich besonders für Anwender, die viele unterschiedliche Aufgaben bewältigen müssen. Das System verwendet Windows CE und erlaubt den Zugang zu traditionellen Terminal-Services und Citrix-Lösungen, der HP Virtual Desktop Infrastructure (VDI) sowie zu Blade-PCs und -Workstations.

Den Zugang zu Windows-, Citrix- und Großrechneranwendungen sowie Applikationen auf Unix- und Linux-Hosts ermöglicht der t5545 Thin Client Ausgestattet ist er mit dem ersten von HP entwickelten Linux-Betriebssystem für Thin Clients, HP Thin Pro. Es basiert auf Software von Neoware, einem Think-Client-Spezialisten, den HP übernommen hat.

Unter Windows XP Embedded läuft dagegen der HP t5630 Thin Client. Er ist unter anderem mit »Enhanced Write Filter« (EWF) sowie Symantecs »Endpoint Protection« ausgestattet. Damit eignet er sich besonders für Umgebungen, in denen hohe Rechenleistung und Flexibilität gefragt ist.

Für Hochleistungsgrafik: Proliant xw460c Blade Workstation

Ebenfalls noch keine Preisliste – und auch keine Aussagen darüber, wann das System in Deutschland verfügbar sein wird, gibt es für die »HP Proliant xw460c Blade Workstation«. Zielgruppe des Systems sind Anwender, die mit grafikintensiven Anwendungen arbeiten, etwa im Mediensektor oder in Forschung und Entwicklung.

Die HP Proliant xw460c Blade Workstation lässt sich über ein Erweiterungs-Blade auch mit Hochleistungsgrafikkarten mit PCI-Express-Schnittstelle ausrüsten.

Dank der Erweiterungsmöglichkeit über die »HP Graphics Expansion Blade« und den Einsatz mit bis zu vier Monitoren eignet sich die Workstation auch für ein Einsatz in der Finanzbranche, Stichwort Investment-Banking und Börse.

Dank des HP Graphics Expansion Blade können Anwender Workstation-Grafikkarten mit PCI-Express-Schnittstelle verwenden, etwa die Nvidia [5] Quadro FX5600 PCle. Die xw460c kann mit maximal 64 GByte Arbeitsspeicher ausgestattet werden.

[1] http://www.ibm.de/
[2] http://www.sun.de/
[3] http://www.hp.com/de
[4] http://www.amd.com/
[5] http://www.nvidia.com/

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