Crimeware-Toolkit:
Malware infiziert 10.000 Web-Seiten in USA

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

15.01.2008

Die IT-Sicherheitsfirma Finjan hat im Dezember eine neue Variante von Crimeware entdeckt. Mit dem Toolkit wurden 10.000 Web-Seiten in den USA infiziert.

Nach Angaben des Malicious Code Research Center von Finjan [1] können Angreifer mit dem »Random js Toolkit« Web-Seiten von Firmen oder Behörden infizieren.

Beispiel einer seriösen Web-Seite, auf der Hacker einen Javascript-Code hinterlegt haben.

Die für den Internet-User seriösen Web-Sites transportieren anschließend einen Trojaner auf die Rechner der Besucher. Nach dem üblichen Muster transferiert die Schadsoftware dann Daten vom infizierten System auf Rechner, die der Angreifer kontrolliert.

Bei diesen Informationen handelt es sich um Passwörter, Log-in-Daten, Dokumente oder Daten über das Surf-Verhalten des Nutzers des befallenen Systems.

Das Problem besteht darin, dass als Vehikel renommierte Web-Sites eingespannt werden können. Nach Angaben von Finjan wurden alleine im Dezember in den USA 10.000 Web-Seiten mit dem Random-js-Toolkit infiziert.

Großteil der Malware-Schleudern sind seriöse Web-Seiten

Yuval Ben-Itzhak, Chief Technology Officer von Finjan, schätzt, dass im vergangenen Jahr täglich bis zu 30.000 Web-Seiten mit Schadsoftware auftauchten. Dabei handelt es teils um gehackte »seriöse« Seiten, teils um Web-Pages oder ganze Sites, die nur zu dem Zweck aufgesetzt wurden, um Phishing-Angriffe zu starten.

Die Mehrzahl der Malware-Verteiler, sprich 80 Prozent, sind laut Ben-Itzhak jedoch Seiten, die von Firmen, Behörden oder unverdächtigen Privatleuten aufgesetzt wurden.

Schadcode ändert Aussehen

Beim Random-js-Toolkit handelt es sich einen Javascript-Code, der sich jedes Mal verändert, sobald auf ihn zugegriffen wurde. Daher ist es für traditionelle signaturgestützte Anti-Malware-Programme fast unmöglich, den Schädling zu identifizieren.

Auch White-Lists mit Domains, die als vertrauenswürdig eingestuft werden, helfen laut Finjan nur bedingt gegen das Toolkit. Gegen solche Attacken sei nur eine dynamische Code-Analyse hilfreich, die zudem in Echtzeit erfolgen müsse.

Ben-Itzhak zufolge ist es notwendig, den Inhalt von Web-Seiten zu prüfen, bevor dieser auf den Rechner des Besuchers gelangt.

Informationen für infizierte Web-Seiten und neue Angriffstechniken stellt Finjan auf der Web-Seite »Malicious Page of the Month [2]« bereit. Ein kleiner Haken dabei: Die PDF-Dokumente dort sind nur nach Registrierung zugänglich.

[1] http://www.finjan.com/
[2] http://www.finjan.com/Content.aspx?id=1367

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