Server-based Computing:
N-Computing lockt mit virtuellen PCs für 90 Euro

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

20.11.2007

Mit ihrer Terminalserver-Lösung will N-Computing den deutschen Markt erobern. Die US-Firma wirbt mit Kosten von weniger als 90 Euro pro Arbeitsplatz.

Vor allem in Schulen, Behörden sowie kleinen und mittelständischen Firmen möchte N-Computing [1] Fuß fassen – mit ihrer »Virtual-PC«-Lösung.

Access-Terminal von N-Computing

Sie besteht aus zwei Bestandteilen: einer Terminalserver-Software, die auf einem PC installiert wird, sowie »Access-Terminals« an den Arbeitsplätzen. Von diesen Terminals aus haben die Nutzer Zugriff auf Anwendungen und Daten, die auf dem zentralen Rechner vorhanden sind.

Zwei Anschlussmöglichkeiten

Die Terminals von N-Computing lassen sich auf zwei Wegen an den Zentral-PC anschließen. Bei der L-Serie sind die Zugangsgeräte über ein Ethernet-LAN mit dem Server verbunden. Unterstützt werden bis zu 30 Benutzer.

Bei der X-Serie besteht eine direkte Anbindung über ein Cat-6-Kabel. Dazu werden bis zu zwei Schnittstellenkarten namens X300 mit drei Ports in den Rechner eingebaut. Die maximal sechs Terminals sind in diesem Fall über bis zu 10 Meter lange LAN-Kabel angebunden.

N-Computing bietet zwei Produktlinien an: Bei der L-Series sind die Terminals via Ethernet an den Host-PC angebungen, bei der X-Series direkt.

Pro Benutzer kostet Virtual PC rund 90 Euro. Die Kosten sind auch das Hauptargument, mit dem N-Computing für seine Lösung wirbt. Jeder PC verfüge über ungenutzte Rechenkapazität, die anderen Anwendern zur Verfügung gestellt werden könne, so die Argumentation.

Standardrechner reichen aus

Ein Rechner unter Windows XP mit einer 3-GHz-CPU und 2 GByte RAM verkraftet laut N-Computing 8 bis 10 User. An Systeme unter Windows 2003 Server oder Linux mit 4 GByte Arbeitsspeicher sollen sich bis zu 30 L-Terminals anschließen lassen.

Auf seiner Web-Seite hat der Hersteller eine detaillierte Liste [2] mit den Hardware-Anforderungen veröffentlicht.

Keine Lösung für alle Anwendungsfälle

Ein Zwischenruf sei allerdings erlaubt: Ob beziehungsweise wie viele »Mitbenutzer« ein PC verträgt, hängt natürlich stark von den Applikationen ab. Und hier spielt nicht nur die Auslastung der CPU eine Rolle, sondern auch der Arbeitsspeicher und die Qualität der Grafikkarte.

Ein typischer Office-PC etwa, mit einem 3-GHz-Prozessor von Intel und 1 GByte RAM, ist nach meinen Erfahrungen bereits dann gut ausgelastet, wenn neben E-Mail-Programmen und Antiviren- und Antispyware-Software eine Textverarbeitung und läuft und zwei, drei Browser-Fenster offen sind. Wenn dann noch das Bearbeiten von Bildern ansteht, wird es bereits eng.

Insofern ist die Aussage von N-Computing, Virtual PC sei auch für »anspruchsvolle Anwendungen« tauglich, mit Vorsicht zu genießen. Wenn dagegen in einem Unternehmen überwiegend Texte oder Rechnungsformulare zu bearbeiten sind, kann die Terminalserver-Lösung von N-Computing durchaus genügen.

[1] http://www.ncomputing.com/
[2] http://www.ncomputing.com/ncomputing/download/datasheet/Host%20Hardware%20Configuration%20Guide.pdf

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