Trojaner statt Sensationsgier:
Spam schickt Johnny Depp in den gefakten Unfalltod

von Lars Bube (lars.bube@informationweek.de)

26.01.2010

Eine neue Spam-Welle versucht die Opfer mit dem vermeintlichen Tod von Johnny Depp zu ködern. Statt Informationen und Videos zu einem (frei erfundenen) Autounfall des bekannten Schauspielers zu bieten, versuchen darin enthaltene verseuchte Links die Nutzer selbst zum Deppen zu machen.

Die Piraten aus dem Web schrecken jetzt nicht einmal mehr davor zurück, mit johnny Depp einen der Ihrigen für ihre Spam-Maschen zu mißbrauchen. (Bild: Disney Pictures, Piraten der Karibik)

Nachdem die altbekannte Viagra-Masche und ähnliches schon lange kaum mehr Surfer hinter dem Ofen hervorlocken können, greifen die Spammer immer häufiger auf Prominente als Lockvögel für ihre Attacken zurück - von Jennifer Aniston über Miley Cyrus bis Michael Schumacher (siehe: Die gefährlichsten Promis [1]).

Selbst vor einem der wenigen Schauspieler, die noch etwas für den guten Ruf von Piraten tun, machen sie inzwischen nicht mehr Halt - jetzt ist der beliebte Hollywood-Schauspieler Johnny Depp an der Reihe: Derzeit rollt eine Welle von Spam-Mails durch das Internet, die Hintergründe zum angeblichen Tod des gewitzten »Karibikpiraten [2]« bei einem tragischen Autounfall versprechen. Selbst in Social-Networks wie Facebook und über Blogs wie Twitter verbreitet sich die Nachricht mit den entsprechenden Links in Windeseile.

Aber keine Sorge, liebe Damen: Natürlich ist Mädchenschwarm Johnny weder tot, noch gibt es dementsprechend die versprochenen Videos und Hintergründe seines Ablebens. Stattdessen führen die verseuchten Links in den Mails auf Malwareseiten mit gefaketen »Berichten«, die den Rechner des Nutzers mit einem Trojaner (Troj/Dldr-DB) infizieren, der sie fortan auslauscht und ihre persönlichen Daten an ein Hackernetzwerk weiterleitet.

Wer sich also nicht selbst zum »Deppen« machen will, sollte also besser darauf verzichten, die dramatische Neuigkeit in blauäugiger Teenager-Manier zu glauben diesen Links zu folgen. Besser ist es, sich auf Edward mit den Scherenhänden zu besinnen und die Nachrichten von einer Antivirussoftware schreddern zu lassen.

[1] http://www.crn.de/news/showArticle.jhtml?articleID=219401411
[2] http://disney.go.com/Pirates/

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