Erst Jobs streichen – dann wieder aufstocken:
Debitel streicht 400 Stellen

von Martin Fryba (martin.fryba@crn.de)

19.09.2007

Das dürfte dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger nicht schmecken. Der Mobilfunker Debitel streicht nach der Übernahme von Talkline 400 Jobs, unter anderem auch im Ländle.

Debitel-Chef Axel Rückert (li) schmückt sich gerne mit Politprominenz wie dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger

Dem aktuellen Sparprogramm von Debitel [1]-Chef Axel Rückert fallen insgesamt 400 der 3.100 Jobs zum Opfer. Die Schwaben werden am Firmensitz in Stuttgart sowie in Elmshorn und im brandenburgischen Oberkrämer in den Verwaltungen Stellen streichen. Rückert begründete den Personalabbau damit, dass doppelte Funktionen reduziert würden. Der Plan steht im Zusammenhang mit der im Juni bekannt gewordenen Übernahme des Wettbewerbers Talkline sowie dem Kauf der Vertriebsgesellschaft Dug Telecom Ende vergangenen Jahres. Rückert will so die Wettbewerbsposition von Debitel im hart umkämpften Mobilfunkmarkt stärken.

Laut Debitel hat der Provider 13 Millionen Kunden unter Vertrag, der schärfste Rivale Freenet zählt halb so viele Mobilfunkkunden. »Mit über 20 Prozent Vermarktungsanteil stehen wir so da, dass wir uns im Wettbewerb langfristig behaupten könnten«, sagte Rückert der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Weitere Zukäufe schloss der Manager aus.

Vielmehr will Rückert nach dem nun verkündeten Abbau der Stellen das Filialnetz ausbauen. Dafür will Debitel 600 neue Mitarbeiter einstellen und den aktuellen Jobabbau mehr als ausgleichen, kündigte Rückert an.

[1] http://www.debitel.de

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