Mobiltelefone:
Googles Smartphone »Nexus One« verkauft sich zäh
Kein Renner, zumindest noch nicht, ist Googles Smartphone »Nexus One«. Im ersten Monat nach Verkaufsbeginn wurden nach Schätzungen von Marktforschern rund 80.000 Exemplare des Mobiltelefons abgesetzt.
Wenn Google erwartet hatte, die Mobilfunkwelt mit dem Android-Smartphone Nexus One im Sturm zu nehmen, dann lag der Konzern daneben. Nach Schätzung der US-Marktforschungsgesellschaft Flurry fanden in den ersten 30 Tagen nach Verkaufsstart rund 80.000 Nexus-One-Telefone einen Abnehmer.
Wurde im ersten Monat nach Markteinführung 80.000 Mal verkauft: Googles Nexus One.
Google selbst zeigte sich damit zufrieden. Als das Smartphone auf den Markt kam, sprach Andy Rubin, Chef der Mobilsparte der Firma, von etwa 150.000 Geräten, die man im ersten Jahr absetzen wolle. Insofern liegt das Nexus One im Plan.
Insgeheim dürfte sich Google allerdings höhere Absatzzahlen erhofft haben, so wie der große Rivale Apple. Zum Vergleich: Als Apples erstes iPhone-Modell vor zweieinhalb Jahren an den Start ging, wurden laut Flurry im ersten Monat an die 600.000 Exemplare verkauft. Die Marke von einer Million verkaufter Smartphones schaffte das iPhone nach 76 Tagen.
Motorolas Android-Smartphone verkauft sich besser
Fairerweise muss man dazu anmerken, dass das Nexus One derzeit noch nicht auf traditionell starken Smartphone-Märkten wie Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Skandinavien zu haben ist. Allerdings wurden selbst von Motorolas »Droid«-Smartphone, das in Deutschland unter dem Namen »Milestone« angeboten wird, in den ersten 30 Tagen 525.000 Exemplare verkauft.
Starker Konkurrent: Motorola setzt beim Milestone ebenfalls auf Android als Betriebssystem.
Auch das Droid/Milestone nutzt als Betriebssystem Android 2.0. Jüngst implementierte der Hersteller Android 2.0.1. Diese Version beseitigt einige gravierende Bugs, etwa in Bezug auf die Akkulaufzeit, die Autofokus-Funktion der integrierten Kamera und den Aufbau von Verbindungen mittels Bluetooth.
Nexus One als Experiment
Zwei weitere Faktoren, welche die Verbreitung des Nexus One bislang limitiert haben: Zum einen ist das Smartphone ohne Provider-Bindung zu haben. Das allerdings bedeutet, dass damit auch die Marketing-Aktivitäten wegfallen, die Mobilfunkfirmen wie T-Mobile, Vodafone, O2, Verizon oder AT&T in solchen Fällen starten.
Zudem testet Google beim Nexus One, inwieweit sich Online-Shops als Vertriebsweg für Mobiltelefone eignen. Der Vorteil für den Anwender: Er kauft sich ein Nexus One, steckt eine SIM-Karte seiner Wahl hinein – fertig.
Er ist weder an eine Mobilfunkfirme oder einen bestimmten Tarif gebunden (siehe Apple und das iPhone), noch muss er – indirekt – über den Mobilfunktarif Werbekampagnen »seines« Providers für das Mobilgerät mitfinanzieren. Insofern hat das Nexus One durchaus einen gewissen Charme, allerdings nur für Anwender, die komplett auf Google und seine Online-Anwendungen setzen.
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